Heidelberg: Boardmaster mit 600 Metern pro Minute

Heidelberger Druck meldet niedrigere EBITDA-Marge als erwartet. Neue Produkte und ein Joint Venture sollen das Geschäft zukünftig stützen.

Redaktion Stock-World ·
Heidelberger Druckmaschinen Aktie (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • EBITDA-Marge verfehlt Prognose
  • Neue Drucksysteme auf Messe präsentiert
  • Drohnenabwehr-Joint-Venture belastet Ergebnis
  • Aufträge aus Lateinamerika als Lichtblick

Heidelberger Druckmaschinen hat ein schwieriges Frühjahr hinter sich — und die Aktie zeigt es. Am vergangenen Mittwoch notierte das Papier auf Xetra bei 1,388 Euro, nachdem es wenige Tage zuvor die 50-Tage-Linie nach unten durchbrochen hatte. Das Zwölf-Monats-Tief von 1,32 Euro rückt damit in greifbare Nähe.

Marge verfehlt, Ursachen benannt

Der eigentliche Belastungstest kam Mitte April. Heidelberg veröffentlichte vorläufige Zahlen für das Geschäftsjahr 2025/26 und musste einräumen: Die bereinigte EBITDA-Marge wird bei rund 6,6 Prozent landen — statt der ursprünglich angestrebten Verbesserung gegenüber dem Vorjahreswert von 7,1 Prozent. Als Ursachen nannte der Konzern den Iran-Konflikt, der Ende Februar die Investitionsbereitschaft der Kunden abrupt bremste, einen ungünstigen Produktmix im Schlussquartal sowie Währungsbelastungen.

Das ist kein Desaster, aber eine klare Enttäuschung. Immerhin: Der währungsbereinigte Umsatz soll das Jahresziel erreichen, und die Ergebnisentwicklung im Jahresverlauf zeigt zumindest die richtige Richtung. Das EPS kletterte von minus 0,04 Euro im ersten Quartal auf 0,04 Euro im zweiten und 0,06 Euro im dritten Quartal.

Neue Produkte, neue Wetten

Auf der Fachmesse interpack in Düsseldorf präsentierte Heidelberg Anfang Mai den Boardmaster — ein Flexorollen-Drucksystem für nachhaltige Kartonverpackungen mit Geschwindigkeiten von bis zu 600 Metern pro Minute. Hinzu kam der Cartonmaster CX 145, für den Heidelberg nun Vertrieb und digitale Integration in Eigenregie übernimmt. Das Unternehmen positioniert sich als End-to-End-Systemintegrator für die gesamte Verpackungsproduktionskette.

Parallel läuft das Drohnenabwehr-Joint-Venture ONBERG mit dem Partner Ondas Autonomous Systems. Die Anlaufkosten belasten das laufende Ergebnis spürbar, erste nennenswerte Umsätze erwartet das Management frühestens in der zweiten Jahreshälfte. Marktbeobachter prognostizieren für 2027 Erlöse zwischen 80 und 150 Millionen Euro aus diesem Segment — für 2028 sollen es über 200 Millionen Euro sein. Ob diese Zahlen realistisch sind, wird sich erst zeigen, wenn konkrete Aufträge folgen.

Lateinamerika liefert, Europa zögert

Ein regionaler Lichtblick: Auf der Expoprint in São Paulo sicherte sich Heidelberg Ende März Aufträge von rund 30 Millionen Euro. Der Auftragseingang in der Region Americas stieg im dritten Quartal um 17 Prozent. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres kletterte der Gesamtumsatz um sechs Prozent auf 1,6 Milliarden Euro — ein solides Fundament, das die Schwäche anderer Märkte teilweise kompensiert.

Eine Dividende ist zur anstehenden Hauptversammlung nicht geplant. Die endgültigen Jahreszahlen sollen im Juni vorgelegt werden — mit ihnen dürfte Heidelberg auch den Ausblick auf das neue Geschäftsjahr kommunizieren. Dann wird klar, ob ONBERG und das Verpackungsgeschäft schnell genug wachsen, um das schwächelnde Kerngeschäft zu stützen.

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1,42 EUR

KGV —
KUV 0,19
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite —
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ISIN: DE0007314007 WKN: 731400

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