Heidelberger Druck: 13 Prozent Gewinn in 30 Tagen
Heidelberger Druckmaschinen wandelt sich zum Technologiekonzern mit Fokus auf Drohnenabwehr und Ladeinfrastruktur. Der Sparkurs zeigt erste Erfolge an der Börse.

Kurz zusammengefasst
- Neue Rüstungssparte gegründet
- Drohnenabwehr-Systeme im Fokus
- Speedmaster-Produktion nach China verlagert
- Aktie erholt sich trotz Jahresminus
Heidelberger Druckmaschinen baut Drohnenabwehr statt Druckanlagen. Der Traditionskonzern erfindet sich gerade komplett neu. Das Management treibt den Wandel zum diversifizierten Technologieunternehmen zügig voran. Das Ziel: Raus aus dem zyklischen Kerngeschäft.
Dafür gründete der Konzern die HD Advanced Technologies GmbH. Hier bündelt Heidelberg künftig Rüstungstechnik und Ladeinfrastruktur. Die Produktion am Standort Brandenburg an der Havel läuft bereits. Dort fertigten Mitarbeiter früher Präzisionsteile für den Druck. Jetzt entstehen auf 30.000 Quadratmetern neue Technologiefelder.
Ein wichtiges Projekt ist das Joint Venture ONBERG. Zusammen mit dem Partner Ondas Autonomous Systems entwickelt Heidelberg dort Systeme, um Drohnen abzuwehren. Auch die Tochter Amperfied wächst. Sie bietet neuerdings ein Abonnementmodell für Ladesäulen an.
Harter Sparkurs im Kerngeschäft
Parallel dazu streicht das Management die Kosten in der alten Kernsparte zusammen. Der Konzern verlagert die Produktion des Bestsellers Speedmaster komplett nach China. Das spart Geld und optimiert die Logistik für den asiatischen Markt. Im gleichen Schritt weitet Heidelberg die Montage in Nordmazedonien aus.
Dieser Umbau trifft den deutschen Stammsitz hart. In Wiesloch-Walldorf fallen rund 450 Stellen weg. Mitarbeiter haben bereits über 550 Aufhebungsverträge unterschrieben. Damit will das Unternehmen seine Fixkosten dauerhaft senken.
An der Börse honorieren Investoren den Sparkurs allmählich. Die Aktie schloss am Freitag bei 1,52 Euro. Auf Sicht von 30 Tagen verbuchte der Titel einen Gewinn von knapp 13 Prozent. Dennoch notiert das Papier seit Jahresbeginn noch gut 25 Prozent im Minus.
Analysten bleiben gespalten
Marktbeobachter bewerten die Lage unterschiedlich. Die Baader Bank sieht ein Kursziel von 2,40 Euro. Sie bescheinigt der Aktie deutliches Aufwärtspotenzial. Warburg Research bleibt mit einem Ziel von 1,60 Euro und der Einstufung „Hold“ wesentlich skeptischer. Die Experten prüfen genau, wie schnell die neuen Sparten den erwarteten Nettoverlust ausgleichen.
Die nächste Bewährungsprobe folgt bereits am Mittwoch. Auf dem Event „HEIDELBERG AI“ präsentiert der Konzern neue digitale Assistenten für den Drucksaal. Spannend wird es dann im Hochsommer. Am 23. Juli steht die Hauptversammlung im Kalender. Am 19. August folgen die Zahlen zum ersten Quartal. Dann muss der Vorstand beweisen, dass die Neuausrichtung erste Gewinne bringt.
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