Heidelberger Druck: 2,00 Euro im Rausch und Fall

Heidelberger Druckmaschinen verfehlt das Renditeziel, während der Einstieg in die Drohnenabwehr neue Perspektiven eröffnet.

Redaktion Stock-World ·
Heidelberger Druckmaschinen Aktie (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • EBITDA-Marge sinkt auf 6,6 Prozent
  • Umsatz bleibt stabil, Aufträge steigen
  • Joint Venture ONBERG produziert Abwehrsysteme
  • Aktie unter 100-Tage-Linie gefallen

Autonome Drohnenabwehr beflügelt die Fantasie, ein schwächeres operatives Geschäft drückt auf die Stimmung. Bei Heidelberger Druckmaschinen prallen aktuell zwei Welten aufeinander. Nach einem kurzen Ausflug über die Marke von 2,00 Euro nehmen Anleger Gewinne mit. Die aktuelle Nachrichtenlage zwingt den Markt zu einer Neubewertung.

Abstriche bei der Rendite

Das abgelaufene Geschäftsjahr endete am 31. März mit einem Dämpfer. Der Maschinenbauer rechnet nur noch mit einer bereinigten EBITDA-Marge von rund 6,6 Prozent. Ursprünglich wollte das Management den Vorjahreswert von 7,1 Prozent übertreffen.

Immerhin bleibt der Umsatz stabil. Heidelberger Druckmaschinen erreicht nach vorläufigen Daten sein währungsbereinigtes Umsatzziel. Auch die Auftragseingänge entwickeln sich weiterhin positiv.

Drohnenabwehr kostet Marge

Die Gründe für die schwächere Rendite sind vielschichtig. Ein ungünstiger Produktmix im Schlussquartal und negative Währungseffekte belasten das Ergebnis. Hinzu kommt eine spürbare Investitionszurückhaltung in der Kernbranche. Der Ausbruch des Iran-Konflikts Ende Februar verunsicherte viele Kunden.

Die Folge: Das Management treibt den Umbau aktiv voran. In Brandenburg produziert das Joint Venture ONBERG neuerdings autonome Drohnenabwehrsysteme. Heidelberger Druckmaschinen hält knapp die Hälfte der Anteile. Der Partner Ondas Autonomous Systems übernimmt die Mehrheit.

Neues Standbein Sicherheitstechnik

Der Einstieg in die Verteidigungstechnik ist eine direkte Antwort auf das neue deutsche KRITIS-Dachgesetz. Dieses fordert einen strengeren Schutz kritischer Infrastrukturen. Der Konzern nutzt dafür seine bestehenden Fertigungskapazitäten in der Präzisionsmechanik.

Der Sicherheitsmarkt verspricht langfristig hohe Margen. Die Vorabinvestitionen für diesen Markteintritt drücken jedoch kurzfristig auf die Profitabilität. Anleger wägen nun ab. Sie vergleichen die neuen Wachstumschancen im Rüstungssektor mit der aktuellen konjunkturellen Abkühlung. Die Aktie notiert aktuell unter der 100-Tage-Linie und sucht ein neues Gleichgewicht.

Mehr Klarheit liefert das Management am 10. Juni. Dann präsentiert Heidelberger Druckmaschinen die detaillierte Jahresbilanz. Marktbeobachter erwarten an diesem Tag konkrete Details zur Skalierung des ONBERG-Joint-Ventures. Die Hauptversammlung folgt am 23. Juli.

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Heidelberger Druckmaschinen Aktie

1,42 EUR

KGV —
KUV 0,19
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite —
Marktkapitalisierung 432,46 Mio. EUR
Ø Kursziel 2,01 EUR
ISIN: DE0007314007 WKN: 731400

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