Operativ geht es bei Heidelberger Druckmaschinen wieder nach vorn – an der Börse wirkt das trotzdem wie Gegenwind. Der Knackpunkt bleibt der negative Free Cashflow, dazu kommen gedämpfte Margenerwartungen. Warum ignoriert der Markt ausgerechnet die sichtbare Ergebnisverbesserung?
Zahlen besser – Qualität der Zahlen strittig
In den ersten neun Monaten 2025/26 legte der Umsatz auf 1,6 Mrd. Euro zu, das bereinigte EBITDA sprang auf 114 Mio. Euro. Unterm Strich drehte das Ergebnis mit 17 Mio. Euro in die schwarzen Zahlen (Vorjahr: -42 Mio. Euro).
Im dritten Quartal stieg der Umsatz zwar um 4% auf 617 Mio. Euro. Gleichzeitig rutschte das bereinigte EBITDA von 55 auf 50 Mio. Euro, die Marge sank auf 8,2% nach 9,2% im Vorjahr. Genau diese Kombination ist es, die Investoren skeptisch macht: Wachstum ja – aber mit nachlassender Profitabilität im Quartal.
Free Cashflow bleibt das Nadelöhr
Der zentrale Belastungsfaktor ist der Free Cashflow von -81 Mio. Euro (nach neun Monaten). Er verbesserte sich zwar gegenüber dem Vorjahr, bleibt aber negativ – und damit bleibt die Frage nach der Nachhaltigkeit der Erholung auf dem Tisch.
Dazu kam ein erwarteter Rückgang beim Auftragseingang, weil ein Sondereffekt der Messe „drupa“ wegfiel. Das ist erklärbar, nimmt dem positiven Umsatztrend aber Tempo aus der Story.
Prognose steht – Marge eher „untere Kante“
Für 2025/26 bestätigte das Management einen Nettoumsatz von rund 2,35 Mrd. Euro. Gleichzeitig dämpfte der Konzern die Erwartung an die bereinigte EBITDA-Marge: Sie dürfte eher am unteren Ende des angekündigten Verbesserungskorridors von bis zu 8% landen. Währungsbelastungen und das schwache makroökonomische Umfeld spielen hier die Hauptrollen.
An der Börse spiegelt sich das in anhaltendem Druck wider: Der Schlusskurs am Freitag lag bei 1,43 Euro. In den vergangenen 30 Tagen summiert sich das Minus auf 25,47% – und der Kurs notiert deutlich unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 1,87 Euro.
Strategie und Finanzierung: mehr Stabilität, aber noch kein Kurstreiber
Strategisch schärft Heidelberger Druck den Fokus: Unter „HD Advanced Technologies“ bündelt der Konzern Aktivitäten in Sicherheit und Energie, flankiert durch die Partnerschaft mit VINCORION. Dazu kommt die Hybridstrategie im Digitaldruck, unter anderem mit der Einführung der Jetfire 75 im Januar 2026.
Auf der Finanzierungsseite meldete das Unternehmen Planungssicherheit: Die Kreditlinie wurde durch einen neuen Konsortialkredit ersetzt, vorzeitig bis 2030 verlängert und auf 436 Mio. Euro erhöht. Zum Stichtag waren 311 Mio. Euro beziehungsweise 84% davon ungenutzt.
Der nächste harte Prüfstein folgt am 10. Juni 2026 mit den Jahresergebnissen – dort wird vor allem zählen, ob sich der Cashflow weiter verbessert und die Margen-Ansage für 2025/26 mit Substanz unterlegt wird.
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