Heidelberger Druck: Auftragsbestand stützt Prognose
Heidelberger Druckmaschinen bestätigt trotz schwächerem Auftragseingang die Prognose und erweitert das Geschäft um Verteidigung, Speicher und E-Mobilität.

Kurz zusammengefasst
- Auftragseingang sinkt auf 537 Millionen Euro
- Auftragsbestand erreicht 762 Millionen Euro
- Neue Märkte für Verteidigung und Speicher
- CFO-Wechsel zum 1. Oktober geplant
Heidelberger Druckmaschinen richtet seinen Fokus verstärkt auf Technologiebereiche außerhalb des klassischen Druckgeschäfts. Im Rahmen der Strategie „Driving High-Tech“ treibt das Unternehmen die Expansion in Sektoren wie Verteidigung, Energiespeicher und E-Mobilität voran. Trotz eines operativ verhaltenen Starts in das neue Geschäftsjahr bestätigte der Konzern Ende August seine Prognose für 2026/2027.
Operative Bilanz und stabiler Auftragsbestand
Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026/2027 verzeichnete Heidelberger Druckmaschinen einen Rückgang beim Auftragseingang, der um 4 Prozent auf 537 Millionen Euro nachgab. Der Nettoumsatz belief sich in diesem Zeitraum auf 404 Millionen Euro.
Dennoch blickt das Management zuversichtlich auf die kommenden Monate. Ein wesentlicher Grund hierfür ist das Book-to-Bill-Verhältnis, das mit einem Wert von rund 1,3 deutlich über der Marke von eins liegt und damit ein gesundes Verhältnis von neuen Aufträgen zu abgerechneten Umsätzen signalisiert.
Der Auftragsbestand summierte sich zuletzt auf 762 Millionen Euro. Diese Auftragslage verbessert laut Unternehmensangaben die Planbarkeit für die nächsten Quartale erheblich. Parallel dazu hat der Konzern strategische Zukäufe abgeschlossen, um seine Marktposition zu festigen. Die Übernahmen von manroland sheetfed und POLAR dienen dazu, die Reichweite im Servicegeschäft zu erhöhen und die Kompetenzen in der Systemintegration auszubauen.
Neue Geschäftsfelder und finanzielle Entlastung
Die Neuausrichtung zielt darauf ab, Heidelberger Druckmaschinen als Anbieter für kritische Infrastruktur und Hochtechnologie zu etablieren. Neben der Beteiligung an Projekten zur Energiespeicherung sieht das Unternehmen Wachstumschancen im Bereich der Verteidigungsindustrie.
Diese Diversifizierung soll die Abhängigkeit vom zyklischen Druckmarkt verringern und neue Erlösquellen erschließen. Aktuell weist das Unternehmen an der Börse eine Marktkapitalisierung von 449,35 Millionen Euro auf.
Zusätzliche finanzielle Entlastung erhielt der Konzern durch die Rückerstattung zu viel gezahlter US-Zölle. Wie die Rhein-Neckar-Zeitung berichtete, verbuchte das Unternehmen in den vergangenen Wochen einen entsprechenden Zahlungseingang, hielt sich zur genauen Höhe der Summe jedoch bedeckt. Anleger registrierten zudem ein positives Signal aus der Führungsetage: Insider Jürgen Paul Otto tätigte im August einen Aktienkauf.
Personelle Weichenstellung und Fokus auf Talente
An der Spitze der Finanzabteilung steht ein geplanter Wechsel bevor. Christoph Burkhard wird zum 1. Oktober 2026 das Amt des Chief Financial Officer übernehmen. Die personelle Erneuerung wird durch Investitionen in die Ausbildung ergänzt.
Am vergangenen Dienstag starteten mehr als 80 neue Auszubildende und dual Studierende in das Berufsleben bei Heidelberger Druckmaschinen. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf zukunftsorientierten Qualifikationen wie dem neuen dualen Studiengang für Data Science und Künstliche Intelligenz.
An der Börse spiegeln sich die operativen Herausforderungen des laufenden Jahres deutlich wider. Die Aktie beendete den Handel am Freitag bei 1,44 Euro. Seit Jahresbeginn hat der Wert des Papiers um 29 Prozent nachgegeben. Trotz dieses Rückgangs setzt das Unternehmen auf die langfristige Wirkung seiner technologischen Transformation und den Ausbau der kritischen Infrastruktur als zweites Standbein.
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