Heidelberger Druck: Burkhard startet 1. Oktober als CFO
Christoph Burkhard übernimmt im Oktober den Finanzvorstand bei Heidelberger Druck. Die Aktie verliert nach der Ankündigung und notiert nahe dem 50-Tage-Durchschnitt.

Kurz zusammengefasst
- Burkhard folgt auf Herdin im Oktober
- Q1-Zahlen am Mittwoch veröffentlicht
- Aktie verliert nach Personalie
- Neuer Finanzchef soll Kapitalmarkt stärken
Heidelberger Druckmaschinen bekommt einen neuen Finanzchef – und legt am heutigen Mittwoch parallel seine Zahlen zum ersten Quartal vor. Christoph Burkhard, 62, übernimmt zum 1. Oktober das Amt des Finanzvorstands. Er folgt auf Volker Herdin, der zum 30. September in den Ruhestand geht. Die Pressekonferenz zu den Q1-Zahlen ist für 11 Uhr angesetzt, vorbörslich waren die Kennzahlen bereits um 7:30 Uhr veröffentlicht worden.
Burkhard bringt Erfahrung aus zwei Industrieunternehmen mit. Zuletzt war er Finanzchef bei Wacker Neuson, wo er zum 31. August ausscheidet, davor war er bei Nordex tätig.
Bei Heidelberger Druckmaschinen soll er künftig ein breites Ressort verantworten: Finanzen, Controlling, Investor Relations, M&A, Accounting, Legal, Tax und Informationssicherheit. Der Wechsel soll dabei helfen, Cashflow, Finanzierung und die Positionierung am Kapitalmarkt zu stärken.
Zwei Nachrichten, ein Handelstag
Die Zusammenlegung von Personalie und Quartalsbericht ist für Anleger kein Zufall, sondern erhöht die Informationsdichte an diesem Mittwoch erheblich. Während der scheidende Finanzchef Herdin die letzten Wochen seiner Amtszeit mit der Vorlage der Q1-Zahlen abschließt, muss sich sein Nachfolger noch vor Amtsantritt an der Erwartungshaltung des Marktes messen lassen, die mit dieser Personalentscheidung verbunden ist.
Die Aktie reagierte auf die Ankündigung des Führungswechsels mit Kursverlusten und notierte am Dienstag bei 1,43 Euro. Damit bewegt sich das Papier weiterhin nah an seinem 50-Tage-Durchschnitt von 1,42 Euro – ein Zeichen dafür, dass die kurzfristige Kursbildung derzeit wenig Ausschläge in die eine oder andere Richtung zeigt. Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt liegt dagegen bei minus 10 Prozent, was auf eine mittelfristig angeschlagene Kursverfassung hindeutet.
Große Aufgabe für den Neuen
Dass Burkhard das Vertrauen der Kapitalmärkte zurückgewinnen soll, ist erklärtes Ziel seiner Berufung. Die Erwartungen an ihn sind entsprechend hoch formuliert: Er soll nicht nur die laufenden Finanzprozesse verantworten, sondern aktiv an der Kapitalmarktkommunikation und der Finanzierungsstruktur des Unternehmens arbeiten.
Mit 62 Jahren tritt er ein Amt an, das üblicherweise mit langfristigen strategischen Weichenstellungen verbunden ist – die Übergangsphase bis Oktober dürfte daher genau beobachtet werden.
Für Anleger verschmelzen an diesem Tag zwei Erzählstränge: die operative Verfassung des Unternehmens, wie sie sich in den Quartalszahlen zeigt, und die personelle Neuaufstellung an der Unternehmensspitze. Beide Themen zusammen dürften bestimmen, wie der Markt die kommenden Wochen für die Aktie einordnet, bevor der neue Finanzchef im Oktober tatsächlich sein Amt antritt.
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