Heidelberger Druck: Burkhard von Wacker Neuson kommt

Heidelberger Druckmaschinen holt Christoph Burkhard als Finanzchef. Der Wechsel begleitet die strategische Neuausrichtung mit neuen Geschäftsfeldern.

Felix Baarz ·
Moderne industrielle Fertigungshalle mit Fokus auf Präzisionsmaschinen und Unternehmenswachstum (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Burkhard folgt auf Herdin
  • Übernahme von manroland sheetfed abgeschlossen
  • Insiderkauf signalisiert Zuversicht
  • Ausblick: stabile Erlöse, höhere Marge

Der Aufsichtsrat von Heidelberger Druckmaschinen hat Christoph Burkhard zum ordentlichen Vorstandsmitglied und Finanzvorstand bestellt. Burkhard tritt sein Amt zum 1. Oktober an und übernimmt damit von Volker Herdin, der Ende September in den Ruhestand geht. Burkhard war bislang Finanzvorstand beim Baumaschinenhersteller Wacker Neuson und hat dieses Amt zum 31. August niedergelegt.

Der Wechsel an der Finanzspitze fällt in eine Phase, in der Heidelberger Druckmaschinen sein Kerngeschäft neu ordnet und zugleich in neue Geschäftsfelder vorstößt. Vor gut einer Woche hatte das Unternehmen seine Quartalsmitteilung veröffentlicht und trotz eines schwachen ersten Quartals an den Jahreszielen festgehalten – seither hat die Aktie um 2,0 Prozent zugelegt.

Auch die vor über einem Monat abgeschlossene Übernahme des Lifecycle-Geschäfts von manroland sheetfed, mit der Heidelberger Druckmaschinen rund 600 Beschäftigte und mehr als 3.000 zusätzliche Kunden gewonnen hat, bleibt ein tragendes Element der Strategie. Seit der Übernahme steht ein Kursplus von 4,9 Prozent zu Buche.

Insiderkauf als Vertrauenssignal

Kurz nach der Personalentscheidung zum Finanzvorstand hat Vorstandsmitglied Jürgen Paul Otto am 20. August 56.441 Aktien zu je 1,43 Euro erworben. Solche Käufe aus den eigenen Reihen werden von Marktbeobachtern häufig als Signal für Zuversicht in die eigene Strategie gewertet, auch wenn ein unmittelbarer Zusammenhang mit einzelnen Kursbewegungen nicht belegt ist. Der Zeitpunkt fällt jedenfalls in eine Phase, in der das Unternehmen mehrere strategische Baustellen gleichzeitig bearbeitet.

Denn Heidelberger Druckmaschinen treibt neben dem klassischen Druckmaschinengeschäft auch den Einstieg in neue Technologiefelder voran. Das Unternehmen hat zum Start des Geschäftsjahres 2026/2027 bekräftigt, die Fertigung bei der Tochter POLAR vollständig in eigene Werke zu integrieren, und meldete zugleich neue Aktivitäten im Verteidigungssektor sowie bei Natrium-Ionen-Batteriespeichern.

Konkret handhabt die Sparte HD Advanced Technologies inzwischen die industrielle Produktion von Batterie-Energiespeicherschränken für den Partner PHENOGY.

Stabiler Umsatz, bessere Marge angepeilt

Für das laufende Geschäftsjahr rechnet Heidelberger Druckmaschinen mit einem Umsatz auf Vorjahresniveau, verbunden mit einer spürbaren Verbesserung der bereinigten EBITDA-Marge. Diese Kombination aus stagnierendem Umsatz und angestrebter Margensteigerung markiert den Kern der laufenden Transformation: Weniger Wachstum um jeden Preis, dafür mehr Profitabilität aus dem bestehenden Geschäft und den neu integrierten Einheiten.

Am Kapitalmarkt zeigt sich die Aktie zuletzt robust. Am Mittwoch schloss das Papier bei 1,46 Euro, nach einem Anstieg von 2,2 Prozent binnen Wochenfrist und einem Plus von 6,3 Prozent auf Monatssicht. Vom 52-Wochen-Hoch bei 2,40 Euro, erreicht Anfang Oktober, bleibt die Aktie mit einem Abstand von 39 Prozent aber weit entfernt.

Seit Jahresbeginn steht bei Heidelberger Druckmaschinen ein Kursrückgang von 28 Prozent zu Buche – ein Hinweis darauf, dass der Markt die angekündigte Transformation bislang noch nicht vollständig honoriert.

Für Anleger bleibt die Gemengelage komplex: Ein neuer CFO, mehrere Zukäufe, ein Vorstoß in Batteriespeicher und Verteidigungstechnik sowie ein Insiderkauf senden in der Summe positive Signale. Ob daraus tatsächlich die versprochene Margenverbesserung wird, dürfte sich erst in den kommenden Quartalen zeigen, wenn Burkhard sein neues Amt antritt und die frisch integrierten Geschäftsbereiche erstmals vollständig in den Zahlen sichtbar werden.

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Heidelberger Druckmaschinen Aktie

1,34 EUR

– 0,02 EUR -1,76 %
KGV —
KUV 0,19
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite —
Marktkapitalisierung 407,20 Mio. EUR
Ø Kursziel 2,01 EUR
ISIN: DE0007314007 WKN: 731400

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