Heidelberger Druck: ONBERG unterzeichnet Skyeton-Deal
Heidelberger Druckmaschinen treibt mit ONBERG und Skyeton die Serienproduktion von Aufklärungsdrohnen voran.

Kurz zusammengefasst
- Kooperation mit ukrainischem Drohnenbauer Skyeton
- Ziel: NATO-konforme Aufklärungsdrohnen in Serie
- Rüstungssparte soll 300 Millionen Euro beitragen
- Aktie erholt sich trotz anhaltender Verluste
Ein Druckmaschinenhersteller als Rüstungszulieferer — das klingt nach Notlösung. Bei Heidelberger Druckmaschinen steckt dahinter eine handfeste Strategie, die auf der Luftfahrtmesse ILA gerade Konturen gewinnt.
Absichtserklärung mit ukrainischem Drohnenbauer
Die ONBERG Autonomous Systems, an der Heidelberger Druckmaschinen 49 Prozent hält, hat auf der ILA eine Absichtserklärung mit dem ukrainischen Hersteller Skyeton unterzeichnet. Das Ziel: NATO-konforme Aufklärungsdrohnen in Serie produzieren. Die ukrainische Raybird-Plattform trifft dabei auf deutsche Fertigungstechnik.
ONBERG selbst entstand erst im März aus einem Joint Venture mit dem US-amerikanisch-israelischen Anbieter Ondas Autonomous Systems. Das Gemeinschaftsunternehmen entwickelt autonome Systeme zur Drohnenabwehr. Der Schritt auf der ILA zeigt, wie schnell das Management die neue Sparte aufbaut.
Ehrgeizige Ziele, vager Zeitplan
Alle Rüstungs- und Dual-Use-Aktivitäten bündelt Heidelberger in der HD Advanced Technologies GmbH. Langfristig soll das Segment 300 Millionen Euro Umsatz beisteuern. Wie lang der Weg dorthin ist, machte CEO Jürgen Otto auf der Bilanzpressekonferenz deutlich: Der erste Produktionsstart in Brandenburg an der Havel könne „in sechs Monaten oder eineinhalb Jahren“ erfolgen.
Das Kerngeschäft steht währenddessen unter Druck. Mehr als 550 Aufhebungsverträge wurden geschlossen. Die Produktion der Speedmaster CX 104 wanderte nach China, ein neuer Standort in Nordmazedonien startet 2026.
Verlust bleibt, Kurs erholt sich
Der Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025/2026 lag bei 2.293 Millionen Euro — ein kleines Plus gegenüber dem Vorjahr. Für 2026/2027 erwartet das Management einen stabilen Umsatz, aber einen Nettoverlust im niedrigen zweistelligen Millionenbereich. Der freie Cashflow bleibt negativ, belastet durch Anlaufkosten der neuen Bereiche.
Ein Analyst hält das Onberg-Projekt für einen positiven Impuls und erwartet weitere Meldungen. Sein Votum bleibt dennoch „Hold“: Für nachhaltige Cashflow-Verbesserung brauche es deutlich höhere operative Margen.
Die Aktie notiert bei 1,54 Euro und hat in den vergangenen 30 Tagen knapp elf Prozent zugelegt. Seit Jahresbeginn steht trotzdem ein Minus von rund 24 Prozent — das 52-Wochen-Hoch bei 2,54 Euro liegt noch weit entfernt.
Am 23. Juli 2026 findet die Hauptversammlung erstmals als virtuelles Format statt. Am 19. August folgen die Zahlen zum ersten Quartal 2026/2027 — dann wird klarer, ob die Anlaufkosten der neuen Sparte den Ergebnisdruck weiter verschärfen.
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