Heidelberger Druckmaschinen Aktie: 30 Prozent Jahresverlust

Heidelberger Druck verzeichnet deutliche Umsatz- und Ergebnisrückgänge im ersten Quartal, hält aber an der Jahresprognose fest. Zudem wurde ein neuer Finanzvorstand ernannt.

Redaktion Stock-World ·
Abstrakte Darstellung einer industriellen Druckerei in düsterer, stimmungsvoller Beleuchtung. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Umsatz sinkt auf 404 Millionen Euro
  • Bereinigtes EBITDA bricht auf 1 Million ein
  • Jahresprognose trotz Verlust bestätigt
  • Neuer Finanzvorstand ab Oktober bestellt

Heidelberger Druckmaschinen hat am heutigen Mittwoch Zahlen zum ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026/2027 vorgelegt, die den Druck auf das Unternehmen sichtbar machen. Der Umsatz fiel auf 404 Millionen Euro, nach 466 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Der Auftragseingang sank leicht auf 537 Millionen Euro von zuvor 559 Millionen Euro. Der Vorstand hält trotz der schwachen Auftaktzahlen an der Jahresprognose fest.

Ergebnis bricht deutlich ein

Besonders auffällig fiel der Ergebnisrückgang aus: Das bereinigte EBITDA sackte auf lediglich 1 Million Euro, nach 20 Millionen Euro im Vorjahr. Die bereinigte EBITDA-Marge schmolz damit auf 0,2 Prozent von zuvor 4,4 Prozent zusammen. Unter dem Strich stand ein Quartalsverlust von 32 Millionen Euro. Der freie Cashflow lag bei minus 77 Millionen Euro – nach Unternehmensangaben ein saisonal übliches Muster für das erste Quartal.

Als Ursache nannte das Unternehmen vor allem die schwächere Nachfrage im Bereich Print- und Packaging Equipment. Gegenläufig entwickelten sich einzelne Auslandsmärkte: In China, Großbritannien und Brasilien verzeichnete Heidelberger Druckmaschinen Umsatzsteigerungen, die den Rückgang im Kerngeschäft jedoch nicht auffangen konnten.

Prognose bleibt trotz roter Zahlen bestätigt

Angesichts der schwachen Auftaktzahlen ist die Bestätigung der Jahresprognose die eigentliche Nachricht für Anleger. Der Vorstand erwartet für das laufende Geschäftsjahr einen Konzernumsatz auf Vorjahresniveau sowie eine spürbare Verbesserung der bereinigten EBITDA-Marge gegenüber dem schwachen Auftaktquartal. Das impliziert, dass die kommenden Quartale die operative Schwäche des ersten Vierteljahres deutlich ausgleichen müssen – die Messlatte für die zweite Jahreshälfte liegt entsprechend hoch.

Ergänzend zu den Zahlen bestätigte das Unternehmen gestern personelle Weichen an der Finanzspitze: Der Aufsichtsrat bestellte Christoph Burkhard mit Wirkung zum 1. Oktober 2026 zum neuen Finanzvorstand. Sein Vorgänger Volker Herdin scheidet zum 30. September 2026 in den Ruhestand aus. Der Wechsel fällt damit mitten in eine Phase, in der das Unternehmen seine Jahresziele unter Beweis stellen muss.

Kursreaktion verhalten, Analysten uneins in der Tendenz

Die Aktie reagierte auf die Zahlen verhalten negativ und notiert aktuell bei 1,42 Euro, ein Minus von 0,8 Prozent im Tagesverlauf. Damit bewegt sich das Papier nahe am 50-Tage-Durchschnitt von ebenfalls 1,42 Euro, während der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt von 1,60 Euro bei rund 11 Prozent liegt – ein Hinweis darauf, dass der mittelfristige Abwärtstrend intakt bleibt. Seit Jahresbeginn steht ein Kursverlust von 30 Prozent zu Buche.

Warburg Research beließ die Einschätzung für Heidelberger Druckmaschinen heute auf „Buy“ mit einem Kursziel von 1,80 Euro. Die Analysten setzen damit weiterhin auf eine Erholung, die sich aus der von Vorstand in Aussicht gestellten Margenverbesserung im weiteren Jahresverlauf ergeben soll.

Ob die schwache Ausgangslage aus dem ersten Quartal aufgeholt werden kann, dürfte sich vor allem an der Entwicklung im Kerngeschäft Print- und Packaging Equipment entscheiden.

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Heidelberger Druckmaschinen Aktie

1,39 EUR

+ 0,00 EUR +0,29 %
KGV —
KUV 0,19
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite —
Marktkapitalisierung 422,72 Mio. EUR
Ø Kursziel 2,01 EUR
ISIN: DE0007314007 WKN: 731400

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