Heidelberger Druckmaschinen Aktie: 49 Prozent an ONBERG

Der Konzernumbau bei Heidelberger Druckmaschinen führt im laufenden Geschäftsjahr zu einem Nettoverlust im niedrigen zweistelligen Millionenbereich.

Redaktion Stock-World ·
Abstrakte, atmosphärische Szene, die industrielle Fertigung und Technologie darstellt, mit einer Stimmung von strategischer Partnerschaft und Wachstum. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Nettoverlust im laufenden Geschäftsjahr erwartet
  • Einstieg in die Drohnenabwehr via Joint Venture
  • Konsortialkredit zur Liquiditätssicherung verlängert
  • Stabile Umsätze für das aktuelle Jahr geplant

Druckmaschinen und Drohnenabwehr – eine ungewöhnliche Kombination. Heidelberger Druckmaschinen baut den Konzern radikal um. Das Ziel: weniger Abhängigkeit vom zyklischen Kerngeschäft. Die Folge: Der Technologiewandel reißt ein tiefes Loch in die Kasse.

Doppelstrategie im Maschinenbau

Im angestammten Verpackungsmarkt geht das Unternehmen in die Offensive. Der Konzern integriert das margenstarke Lifecycle-Geschäft der manroland sheetfed Gruppe. Damit wechseln rund 600 Mitarbeiter und über 3.000 Kunden zu den Heidelbergern. Parallel dazu übernimmt das Unternehmen die Produktion von POLAR Maschinen.

Den größten strategischen Sprung markiert der Einstieg in die Sicherheitsbranche. Seit April 2026 betreibt das Joint Venture ONBERG Autonomous Systems sein operatives Geschäft. Heidelberg hält an dem Brandenburger Projekt einen Anteil von 49 Prozent. Das Unternehmen will seine Maschinenbau-Kompetenz künftig direkt für die Drohnenabwehr nutzen. So erschließt das Management systematisch neue Märkte abseits der Druckindustrie.

Hoher Preis für den Wandel

Dieser Umbau belastet die Bilanz enorm. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet der Vorstand einen Nettoverlust im niedrigen zweistelligen Millionenbereich. Im Vorjahr stand noch ein Nettogewinn von 15 Millionen Euro in den Büchern.

Bereits im abgelaufenen Jahr schrumpfte die bereinigte EBITDA-Marge von 7,1 auf 6,6 Prozent. Teure Anlaufkosten für das Verteidigungsgeschäft und negative Währungseffekte drückten das Ergebnis.

Um die Liquidität während des Umbaus abzusichern, hat das Unternehmen rechtzeitig vorgesorgt. Der Konzern verlängerte einen Konsortialkredit über 436 Millionen Euro vorzeitig bis ins Jahr 2030.

Neuanfang auf dem Prüfstand

Die Strategie für den Konzernumbau steht. Nun muss das Management beweisen, dass die teure Expansion funktioniert. Für das aktuelle Jahr peilt Heidelberger Druckmaschinen zumindest stabile Umsätze an.

Die bereinigte operative Marge soll sich nach dem jüngsten Dämpfer wieder spürbar verbessern. An der Börse sorgten diese Pläne zuletzt für etwas Beruhigung. Nach deutlichen Verlusten seit Jahresbeginn stabilisierte sich die Aktie im vergangenen Monat.

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Heidelberger Druckmaschinen Aktie

1,31 EUR

– 0,03 EUR -2,46 %
KGV —
KUV 0,19
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite —
Marktkapitalisierung 398,98 Mio. EUR
Ø Kursziel 2,01 EUR
ISIN: DE0007314007 WKN: 731400

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