Heidelberger Druckmaschinen Aktie: 550 Aufhebungsverträge unterzeichnet
Heidelberger Druckmaschinen streicht die Dividende trotz Gewinn und verlagert Teile der Fertigung nach China. Ein harter Konzernumbau belastet das laufende Geschäftsjahr.

Kurz zusammengefasst
- Dividenden-Streichung trotz Jahresgewinn
- Speedmaster-Fertigung wandert nach China
- Stellenabbau und neuer Standort in Nordmazedonien
- Nettoverlust für das laufende Geschäftsjahr erwartet
Heidelberger Druckmaschinen streicht die Dividende. Obwohl der Konzern im vergangenen Jahr einen Gewinn erwirtschaftete, gehen Aktionäre leer aus. Das Management braucht jeden Cent für einen harten Konzernumbau. Die Produktion wandert teilweise nach China ab.
Rote Zahlen beim Cashflow
Auf der virtuellen Hauptversammlung am 23. Juli steht die Nullrunde zur Abstimmung. Der Grund liegt in der Kasse. Das Ergebnis nach Steuern erreichte zwar knapp 15 Millionen Euro. Der freie Cashflow rutschte indes tief ins Minus. Auch die Profitabilität schwächelte zuletzt spürbar. Eine geringe Investitionsbereitschaft der Kunden und negative Währungseffekte belasteten das Geschäft.
Produktion wandert ab
Konzernchef Jürgen Otto zieht harte Konsequenzen. Heidelberger Druckmaschinen verlagert die Fertigung eines wichtigen Speedmaster-Modells komplett nach China. Parallel dazu entsteht ein neuer Standort in Nordmazedonien. In Deutschland baut das Unternehmen massiv Stellen ab. Das Management schloss bereits über 550 Aufhebungsverträge. Die Folge: sinkende Personalkosten. Bis zu 200 Mitarbeiter wechseln zudem in den neuen Bereich Verteidigungstechnik.
Verlustjahr erwartet
Für das laufende Geschäftsjahr 2026/27 rechnet der Vorstand mit stagnierenden Umsätzen. Die operative Marge soll sich zwar verbessern. Unterm Strich erwartet das Management allerdings einen Nettoverlust im niedrigen zweistelligen Millionenbereich. Auch der Cashflow bleibt durch teure Anlaufkosten negativ. Immerhin steht die Finanzierung. Das Unternehmen verlängerte einen Konsortialkredit über 436 Millionen Euro vorzeitig bis 2030. Das sichert den Umbau ab.
Skepsis an der Börse
Die Börse quittiert den laufenden Umbau mit Zurückhaltung. Die Aktie notiert aktuell bei 1,54 Euro. Seit Jahresbeginn steht damit ein Minus von rund 24 Prozent auf der Anzeigetafel. Vom Jahrestief konnte sich das Papier zuletzt immerhin leicht erholen. Konkrete Einblicke in die operative Entwicklung liefert der nächste Quartalsbericht am 19. August.
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