Heidelberger Druckmaschinen Aktie: Burkhard wird Finanzvorstand

Heidelberger Druckmaschinen startet mit Umsatzrückgang und Nettoverlust, hält aber an den Jahreszielen fest und baut neue Technologiefelder aus.

Dieter Jaworski ·
Abstrakte Darstellung von industrieller Fertigung und Finanzwesen mit Fokus auf Präzision und technischer Eleganz. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • 80 Nachwuchskräfte beginnen ihre Ausbildung
  • Neuer Studiengang verbindet Datenanalyse und KI
  • Erstes Quartal mit 32 Millionen Euro Verlust
  • Christoph Burkhard wird neuer Finanzvorstand

Am Dienstag starteten 80 neue Auszubildende und dual Studierende bei Heidelberger Druckmaschinen in Deutschland in das neue Ausbildungsjahr. Dieser Jahrgang markiert einen strategischen Wendepunkt für den Traditionskonzern: Mit dem neu eingeführten dualen Studiengang „Data Science & Artificial Intelligence“ setzt das Unternehmen verstärkt auf die Integration von künstlicher Intelligenz in die Druckproduktion.

Neben dem klassischen Kerngeschäft rücken dabei verstärkt neue Technologiefelder wie E-Mobilität, Energie, Automatisierung und Sicherheit in den Fokus der Ausbildung.

Strategische Verlagerung und technologische Diversifizierung

Parallel zur personellen Erneuerung treibt das Management die strukturelle Neuausrichtung voran, um die Profitabilität zu sichern. Medienberichten zufolge hat das Unternehmen die Produktion der Druckmaschinenserie Speedmaster CX 104 inzwischen vollständig nach China verlagert.

Zudem wurde ein neuer Produktionsstandort in Nordmazedonien gegründet. Ziel dieser Maßnahmen ist es, die Fertigungskosten bei Produktgruppen zu senken, deren Herstellung am Standort Deutschland als unwirtschaftlich eingestuft wird.

Diese Kostendisziplin flankiert die Expansion in alternative Geschäftsfelder. So arbeitet die Tochtergesellschaft HD Advanced Technologies bereits mit dem Partner PHENOGY an der Entwicklung von Natrium-Ionen-Batteriespeichern.

Auch im Bereich der Sicherheitstechnologie ist der Konzern aktiv: Das im Frühjahr gegründete Joint Venture „Onberg“, das gemeinsam mit dem US-israelischen Partner Ondas Autonomous Systems betrieben wird, entwickelt autonome Systeme zur Drohnenabwehr und hat bereits Absichtserklärungen für weitere Kooperationen in der Ukraine unterzeichnet.

Operative Herausforderungen und bestätigte Jahresziele

Die strategischen Weichenstellungen erfolgen vor dem Hintergrund eines herausfordernden Auftakts in das Geschäftsjahr 2026/27. Wie das Unternehmen Mitte August mitteilte, sank der Umsatz im ersten Quartal um 13 Prozent auf 404 Millionen Euro. Das bereinigte EBITDA brach im selben Zeitraum von zuvor 20 Millionen Euro auf 1 Million Euro ein, was unter dem Strich zu einem Nettoverlust von 32 Millionen Euro führte.

Laut dpa belasteten regionale Umsatzrückgänge in der EMEA-Region das Ergebnis, während die Erlöse in China, Brasilien und Großbritannien deutlich stiegen.

Trotz des schwachen Quartalsstarts hält das Management an der Jahresprognose fest. Erwartet wird ein Umsatz auf dem Niveau des Vorjahres sowie eine spürbare Verbesserung der bereinigten EBITDA-Marge.

Gestützt wird dieser Ausblick durch strategische Akquisitionen: Vor über einem Monat schloss Heidelberger Druckmaschinen den Erwerb des Lifecycle-Geschäfts von Manroland Sheetfed ab. Die Übernahme umfasst die globale Service- und Ersatzteilversorgung sowie rund 600 Mitarbeiter und soll die Marktposition im Bereich der Bestandsmaschinen stärken.

Personalwechsel im Finanzressort ab Oktober

An der Börse wird der laufende Transformationsprozess weiterhin mit Skepsis begleitet. Seit Jahresbeginn verzeichnet die Aktie einen Rückgang von 29 Prozent. Mit einem Schlusskurs von 1,44 Euro am Freitag notiert das Papier zudem rund 40 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch. Damit bewegt sich der Kurs derzeit in der Nähe seines 100-Tage-Durchschnitts, der ebenfalls bei 1,44 Euro liegt.

Frische Impulse für die Kapitalmarktstrategie soll ein Wechsel im Vorstand bringen. Wie Mitte August bekannt gegeben wurde, übernimmt Christoph Burkhard zum 1. Oktober das Amt des Finanzvorstands. Der 62-Jährige, der zuvor unter anderem für Wacker Neuson und Nordex tätig war, folgt auf Volker Herdin, der in den Ruhestand tritt.

Burkhard wird künftig die Ressorts Finanzen, Controlling, Investor Relations sowie M&A und Information Security verantworten. Das nächste große Branchenevent steht bereits fest: Anfang Oktober lädt der Konzern zur Veranstaltung „SHIFT 2026“ nach Heidelberg und Wiesloch-Walldorf, um die Fortschritte bei der KI-Integration in die Hybrid-Druckproduktion zu präsentieren.

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Heidelberger Druckmaschinen Aktie

1,44 EUR

– 0,01 EUR -0,76 %
KGV
KUV 0,20
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite
Marktkapitalisierung 438,55 Mio. EUR
Ø Kursziel 2,25 EUR
ISIN: DE0007314007 WKN: 731400

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