Heidelberger Druckmaschinen Aktie: Joint-Venture drückt Gewinn

Eine Gewinnwarnung drückt die Aktie unter die 100-Tage-Linie. Die EBITDA-Marge fällt auf 6,6%, da die Expansion in die Drohnenabwehr kurzfristig hohe Kosten verursacht.

Andreas Sommer ·
Heidelberger Druckmaschinen Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Gewinnwarnung führt zu Kursverfall
  • EBITDA-Marge verfehlt interne Ziele
  • Kosten für Drohnenabwehr-Joint-Venture belasten
  • Neues System für Verpackungsdruck als Hoffnung

Stabiler Umsatz, schmelzende Rendite — bei Heidelberger Druckmaschinen klaffen Anspruch und Realität derzeit auseinander. Eine überraschende Gewinnwarnung drückte den Kurs am Freitag auf 1,64 Euro. Damit rutschte das Papier spürbar unter die wichtige 100-Tage-Linie. Im Hintergrund fordert der teure Aufbau des neuen Rüstungsgeschäfts seinen Tribut.

Verfehlte Margenziele

Die vorläufigen Zahlen für das Ende März abgelaufene Geschäftsjahr verfehlen die internen Erwartungen. Das Management rechnet nur noch mit einer bereinigten EBITDA-Marge von rund 6,6 Prozent. Ursprünglich wollte der Konzern den Vorjahreswert von 7,1 Prozent übertreffen.

Für diesen Rücksetzer nennt der Vorstand mehrere Gründe. Der Iran-Konflikt bremste im Spätwinter die Investitionsbereitschaft der Kunden spürbar ab. Parallel dazu belasteten ein ungünstiger Produktmix und negative Währungseffekte das Schlussquartal. Immerhin erreichte das Unternehmen das währungsbereinigte Umsatzziel wie geplant.

Teure Expansion im Defense-Sektor

Ein wesentlicher Kostentreiber ist die strategische Neuausrichtung in der Drohnenabwehr. Die Tochtergesellschaft HD Advanced Technologies hat in Brandenburg an der Havel offiziell das Joint Venture ONBERG gestartet. Partner ist das amerikanisch-israelische Unternehmen Ondas Autonomous Systems.

Diese Expansion in den Defense-Sektor kostet kurzfristig operative Marge. Nennenswerte Umsätze aus dem Drohnen-Geschäft fließen voraussichtlich erst in der zweiten Jahreshälfte 2026. Den operativen Break-even peilt das Management rund zwölf Monate nach dem vollständigen Produktionshochlauf an.

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Hoffnungsträger Verpackungsdruck

Während das Rüstungsgeschäft noch Anlaufzeit benötigt, sucht der Konzern im Kerngeschäft nach neuen Impulsen. Im Mai präsentiert Heidelberg auf der Düsseldorfer Fachmesse interpack die „Boardmaster“. Das neue Flexorollen-Drucksystem zielt auf den wachsenden Markt für nachhaltige Kartonverpackungen ab und erreicht Geschwindigkeiten von bis zu 600 Metern pro Minute.

Verpackungs- und Etikettendruck bilden das Rückgrat der aktuellen Wachstumsstrategie. Erste Erfolge zeigten sich kürzlich auf der Expoprint in São Paulo. Dort sammelte der Konzern Aufträge im Wert von über 30 Millionen Euro ein.

Am 10. Juni legt Heidelberger Druckmaschinen die detaillierte Jahresbilanz vor. Dann müssen die Segmentberichte zeigen, wie stark die Vorlaufkosten für das ONBERG-Projekt das Gesamtergebnis belasten. Charttechnisch bleibt die Lage bis dahin angespannt: Fällt der Kurs unter den 20-Tage-Durchschnitt bei 1,46 Euro, droht eine weitere Verschlechterung des mittelfristigen Trendbildes.

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Heidelberger Druckmaschinen Aktie

1,38 EUR

– 0,03 EUR -2,41 %
KGV 6,37
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite 0,00 %
Marktkapitalisierung 431,19 Mio. EUR
ISIN: DE0007314007 WKN: 731400

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