Heidelberger Druckmaschinen Aktie: Nettoverlust 2026/2027 erwartet

Heidelberger Druckmaschinen prognostiziert Nettoverlust durch hohe Transformationskosten und Investitionen in neue Geschäftsfelder wie Drohnenabwehr und Batteriespeicher.

Andreas Sommer ·
Heidelberger Druckmaschinen Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Nettoverlust im niedrigen zweistelligen Millionenbereich erwartet
  • Strategische Partnerschaft für Natrium-Ionen-Batteriespeicher
  • Joint Venture für Drohnenabwehr bereits aktiv
  • Aktie notiert nahe am Jahrestief

Heidelberger Druckmaschinen steckt mitten im größten Umbau ihrer jüngeren Geschichte – und der kostet zunächst Geld. Der Vorstand rechnet für das Geschäftsjahr 2026/2027 mit einem Nettoverlust im niedrigen zweistelligen Millionenbereich, wie das Unternehmen gestern mitteilte. Als Gründe nennt der Vorstand hohe Transformationskosten sowie Investitionen in neue Standorte in China.

Die Prognose fällt in eine Phase, in der der traditionsreiche Druckmaschinenbauer sein Geschäftsmodell grundlegend neu ausrichtet. Am Donnerstag stimmte die ordentliche Hauptversammlung sämtlichen Beschlussvorschlägen der Verwaltung zu. Damit bestätigten die Aktionäre den Kurs des Vorstands, das Unternehmen zu einem sogenannten „Technologie-Integrator“ umzubauen – mit neuen Geschäftsfeldern in der Drohnenabwehr und bei Batterietechnologien.

Neue Standbeine abseits des Drucks

Konkrete Form nimmt der Umbau bereits an mehreren Stellen an. Am 21. Juli gab Heidelberger Druckmaschinen eine strategische Partnerschaft mit dem Unternehmen PHENOGY bekannt. Ziel ist der Aufbau einer Industrieplattform für Natrium-Ionen-Batteriespeicher, die als kostengünstigere Alternative zu klassischen Lithium-Ionen-Systemen positioniert werden soll.

Im Bereich Drohnenabwehr ist die Heidelberger-Tochter HD Advanced Technologies GmbH über das Joint Venture Onberg Autonomous Systems mit Ondas Autonomous Systems verbunden. Der gemeinsame „Live Hub“ in Brandenburg an der Havel, der Detektions- und Abwehrsysteme gegen Drohnen im Echtbetrieb demonstriert, nahm bereits im April den Betrieb auf und ist damit inzwischen seit mehreren Monaten aktiv.

Parallel zu den neuen Feldern hält Heidelberger Druckmaschinen am angestammten Kerngeschäft fest. Anfang Juli schloss der Konzern die Übernahme der weltweiten Vertriebs- und Servicegesellschaften der manroland sheetfed Gruppe ab. Die Transaktion soll das Lifecycle-Geschäft stärken und die installierte Maschinenbasis des Unternehmens vergrößern – ein Geschäftsfeld, das planbare Wartungs- und Ersatzteilerlöse liefert und damit als Gegengewicht zu den Investitionskosten der neuen Sparten dienen könnte.

Aktie nahe am Jahrestief

An der Börse spiegelt sich die Umbauphase in einem schwachen Kursverlauf wider. Die Aktie notiert aktuell bei 1,38 Euro und legt am heutigen Montag um 1,92 Prozent zu. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Kursrückgang von 32,12 Prozent zu Buche. Vom 52-Wochen-Tief bei 1,29 Euro, erreicht am 16. März, ist der Titel nur noch 6,66 Prozent entfernt – ein Zeichen dafür, wie nah der Kurs weiterhin an seinen Jahrestiefständen verharrt, trotz der jüngsten Erholungsversuche.

Anleger müssen die angekündigten Investitionen in China und die Kosten des Konzernumbaus gegen die möglichen Erträge aus den neuen Geschäftsfeldern abwägen. Eine erste konkrete Einordnung der finanziellen Auswirkungen dürfte es mit den Quartalszahlen zum ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026/2027 geben, die Heidelberger Druckmaschinen für den 19. August angekündigt hat. Bis dahin bleibt die Aktie ein Wert im Umbruch – mit einem klar formulierten strategischen Fahrplan, aber noch unbewiesener wirtschaftlicher Tragfähigkeit der neuen Sparten.

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Heidelberger Druckmaschinen Aktie

1,39 EUR

+ 0,03 EUR +2,51 %
KGV 27,00
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite 0,00 %
Marktkapitalisierung 415,49 Mio. EUR
ISIN: DE0007314007 WKN: 731400

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