Heidelberger Druckmaschinen Aktie: Umbau auf HV bestätigt

Trotz Gewinnsteigerung verzichtet Heidelberger Druck auf Dividende. Aktionäre unterstützen dennoch den geplanten Konzernumbau hin zu einem Technologieanbieter.

Dieter Jaworski ·
Heidelberger Druckmaschinen Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Hauptversammlung bestätigt Konzernumbau
  • Erneuter Dividendenverzicht beschlossen
  • Neue Geschäftsfelder: Drohnenabwehr und Batterien
  • Nettoverlust im laufenden Geschäftsjahr erwartet

Keine Dividende, ein virtuelles Format, scharfe Kritik – und trotzdem eine deutliche Mehrheit. Die Aktionäre von Heidelberger Druckmaschinen haben den radikalen Konzernumbau am Donnerstag bestätigt. Der Vorstand verwandelt den traditionsreichen Druckmaschinenbauer in einen breiter aufgestellten Technologiekonzern.

Rückendeckung trotz Nullrunde

Im Zentrum der Hauptversammlung stand die Verteidigung der Liquidität. Vorstandschef Jürgen Otto begründete den erneuten Verzicht auf eine Dividende mit dem hohen Investitionsbedarf für neue Geschäftsfelder. Der Konzern erzielte im Geschäftsjahr 2025/26 einen Nettogewinn von 15 Millionen Euro, nach 5 Millionen Euro im Vorjahr. Trotzdem fließt das Geld komplett in die Transformation.

Die Aktionäre entlasteten Vorstand und Aufsichtsrat mit großer Mehrheit. Sie forderten aber eine schnellere Rückkehr zur Profitabilität im Kerngeschäft. Der Auftragseingang sank im vergangenen Jahr um rund 8 Prozent auf 2,246 Milliarden Euro. Auch die bereinigte EBITDA-Marge gab nach, von 7,1 auf 6,6 Prozent.

Drohnenabwehr und Batterien statt nur Druckmaschinen

Der Konzern baut gezielt neue Standbeine außerhalb des klassischen Printmarkts auf. Bereits im April startete das Joint Venture ONBERG Autonomous Systems in Brandenburg an der Havel. Zusammen mit Ondas Autonomous Systems und einem ukrainischen Partner entwickelt Heidelberger Druck dort autonome Systeme zur Abwehr von Drohnen. Diese sollen kritische Infrastrukturen schützen.

Parallel drängt das Unternehmen in den Energiemarkt. Erst am 21. Juli verkündete der Konzern eine Partnerschaft mit PHENOGY. Gemeinsam wollen beide eine Plattform für Natrium-Ionen-Batteriespeicher entwickeln – eine günstigere und nachhaltigere Alternative zu Lithium-Ionen-Akkus. Das Ziel: die Abhängigkeit vom zyklischen Druckgeschäft verringern.

Verlustjahr eingeplant

Für das laufende Geschäftsjahr 2026/27 bereitet das Management die Aktionäre auf eine Durststrecke vor. Hohe Vorlaufkosten für die neuen Sparten und Restrukturierungsaufwendungen drücken auf das Ergebnis. Über 550 Aufhebungsverträge sind bereits abgeschlossen. Der Konzern rechnet deshalb mit einem Nettoverlust im niedrigen zweistelligen Millionenbereich.

Um die Kostenbasis zu senken, verlagert Heidelberger Druck die Produktion des Volumenmodells Speedmaster CX 104 komplett nach China. Gleichzeitig soll das im Juni übernommene Service- und Ersatzteilgeschäft von Manroland Sheetfed die margenstarken Serviceerlöse stärken.

Aktie bleibt unter Druck

Die Börse reagierte verhalten auf die Hauptversammlung. Die Aktie schloss am Donnerstag bei 1,36 Euro, ein Minus von 1,59 Prozent. Seit Jahresbeginn hat der Titel bereits 33,05 Prozent an Wert verloren und notiert damit nur noch knapp über seinem 52-Wochen-Tief von 1,29 Euro.

Am 19. August legt der Konzern die Zahlen für das erste Quartal des neuen Geschäftsjahres vor. Dann zeigt sich, ob Drohnenabwehr, Batterietechnik und Servicegeschäft tatsächlich erste operative Erfolge liefern.

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Heidelberger Druckmaschinen Aktie

1,43 EUR

– 0,02 EUR -1,11 %
KGV 28,92
KUV 0,19
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite
Marktkapitalisierung 445,04 Mio. EUR
Ø Kursziel 2,30 EUR
ISIN: DE0007314007 WKN: 731400

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