Heidelberger Druckmaschinen Aktie: Warburg hebt auf Buy

Heidelberger Druckmaschinen verzichtet trotz Gewinn auf Dividende und investiert in den Aufbau einer Rüstungssparte. Die Aktie leidet unter schwacher Auftragslage.

Felix Baarz ·
Heidelberger Druckmaschinen Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Keine Dividende trotz Nettogewinn
  • Geld fließt in Rüstungssparte
  • Auftragseingang um acht Prozent gesunken
  • Analyst sieht langfristiges Potenzial

Am 23. Juli 2026 stimmen die Aktionäre virtuell über die Verwendung des Bilanzgewinns ab – und die Verwaltung hat bereits klargemacht, wohin die Reise geht: Trotz eines Nettogewinns von 15 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2025/2026 soll es keine Dividende geben. Das Geld fließt stattdessen vollständig in die laufende Transformation und den Aufbau der neuen Rüstungssparte.

Nullrunde trotz Gewinn belastet die Stimmung

Die Ankündigung der Nullrunde traf die Aktie in einer ohnehin angespannten Phase. Bereits im Vorfeld der Versammlung gaben die Papiere nach, Marktbeobachter machten dafür vor allem die schwache Auftragslage im Kerngeschäft verantwortlich. Der Schlusskurs von 1,34 Euro liegt inzwischen nur noch 4,02 Prozent über dem im März 2026 markierten 52-Wochen-Tief von 1,29 Euro. Seit Jahresbeginn steht für die Aktie ein Minus von 33,79 Prozent zu Buche – ein Rückgang, der die anhaltende Skepsis der Anleger gegenüber dem Umbaukurs widerspiegelt.

Der im Juni vorgelegte geprüfte Konzernabschluss liefert den Hintergrund für die Zurückhaltung. Der Konzernumsatz erreichte im Geschäftsjahr 2025/2026 zwar 2,293 Milliarden Euro, doch der Auftragseingang sank um 8 Prozent auf 2,246 Milliarden Euro. Auch die Profitabilität litt: Die bereinigte EBITDA-Marge fiel von 7,1 Prozent im Vorjahr auf 6,6 Prozent. Für Anleger, die auf eine Ausschüttung gehofft hatten, ist das kein Umfeld, in dem sich der Verzicht auf die Dividende leicht verkaufen lässt.

Neue Rüstungssparte als strategischer Hebel

Kern der Transformation ist die neue Sparte für Sicherheits- und Verteidigungstechnologie, die unter dem Namen HD Advanced Technologies GmbH im Juni operativ startete. Heidelberger Druckmaschinen plant, gemeinsam mit einem ukrainischen Partner Drohnenabwehrsysteme in Brandenburg zu produzieren. Der Schritt markiert eine deutliche Diversifizierung weg vom traditionellen Druckmaschinengeschäft, dessen Nachfrage seit Jahren rückläufig ist.

Der Vorstand selbst dämpft allerdings die kurzfristigen Erwartungen. In der Ende Mai veröffentlichten Guidance für das Geschäftsjahr 2026/2027 rechnet das Management mit einem Nettoverlust im niedrigen zweistelligen Millionenbereich. Als Gründe nennt das Unternehmen hohe Transformationskosten sowie eine Investitionszurückhaltung der Kunden infolge geopolitischer Spannungen im Zusammenhang mit dem Iran-Konflikt. Der Umbau kostet also zunächst mehr, als er einbringt.

Analysten sahen im Sommer Aufwärtspotenzial

Nicht alle Marktteilnehmer sind pessimistisch. Warburg Research stufte die Aktie am 25. Juni 2026 von „Hold“ auf „Buy“ hoch und hob das Kursziel von 1,60 Euro auf 1,80 Euro an. Analyst Stefan Augustin begründete die Heraufstufung mit dem langfristigen Potenzial der strategischen Neuausrichtung, das der Markt seiner Einschätzung nach derzeit unterbewerte. Ob sich diese Einschätzung angesichts der jüngsten Kursentwicklung und der bestätigten Nullrunde weiterhin trägt, bleibt eine offene Frage für die kommenden Wochen.

Der nächste konkrete Termin für Anleger ist die Quartalsmitteilung zum ersten Quartal 2026/2027, die für den 19. August 2026 angesetzt ist. Sie dürfte erste Hinweise liefern, ob sich die schwache Auftragslage im Kerngeschäft fortsetzt oder ob die neue Sicherheitssparte bereits spürbare Impulse setzt.

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Heidelberger Druckmaschinen Aktie

1,36 EUR

+ 0,01 EUR +0,37 %
KGV 26,74
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite 0,00 %
Marktkapitalisierung 411,49 Mio. EUR
ISIN: DE0007314007 WKN: 731400

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