Heidelberger Druckmaschinen Aktie: Zielmarge rutscht ab
Die neue Ebitda-Margenprognose liegt bei 5,6 bis 6,6 Prozent; der Umsatz soll weiterhin rund 2,3 Milliarden Euro erreichen.

Kurz zusammengefasst
- Ebitda-Margenziel auf 5,6 bis 6,6 Prozent gesenkt
- Umsatzprognose bleibt bei rund 2,3 Milliarden Euro
- Halbjahresmarge fällt auf 3,7 Prozent
- Aktie zeitweise mehr als 23 Prozent niedriger
Die Gewinnwarnung kam am Donnerstag, und der Markt reagierte prompt. Heidelberger Druck korrigiert die Ergebnisziele für das laufende Geschäftsjahr nach unten. Die Aktie brach zeitweise um mehr als 23 Prozent ein.
Was der Vorstand zurücknimmt
Bei der bereinigten Ebitda-Marge rechnet das Management nun nur noch mit 5,6 bis 6,6 Prozent. Bisher stand eine spürbare Verbesserung gegenüber dem Vorjahreswert von 6,6 Prozent im Raum. Dieser Wert markiert jetzt die Obergrenze der neuen Spanne. Den Umsatz sieht der Vorstand weiter auf Vorjahresniveau von rund 2,3 Milliarden Euro.
Konzernchef Jürgen Otto verweist auf die Weltwirtschaft und den anhaltenden Kostendruck. Hinzu kommen negative Produktmixeffekte aus dem Nahen Osten und Verzögerungen bei Projekten in der Technologiesparte.
Schwaches Halbjahr als Hintergrund
Die Zahlen zum ersten Halbjahr erklären die Vorsicht. Die operative Marge lag bei 3,7 Prozent, nach 6,4 Prozent im Vorjahreszeitraum. Im zweiten Quartal erreichte sie zwar 6,4 Prozent, das genügte aber nicht für die alte Jahreszielsetzung.
Der Umsatz im Quartal sank um zwei Prozent auf 509 Millionen Euro. Der Auftragseingang stieg dagegen um knapp zehn Prozent auf 604 Millionen Euro. Das reichte nicht, um die bisherigen Ziele zu halten.
Unter dem Strich stand ein Gewinn von 24 Millionen Euro nach 11 Millionen im Vorjahresquartal. Das lag allerdings vor allem an einem Sonderertrag und sagt wenig über das operative Geschäft.
Kursreaktion
Im Handelsverlauf erholte sich das Papier etwas. Zuletzt notierte es bei rund 1,17 Euro und damit noch knapp 13 Prozent im Minus. Seit Jahresbeginn summiert sich der Verlust auf mehr als 42 Prozent. Kein Wunder, dass Anleger bei einem Titel im Cent-nahen Euro-Bereich besonders empfindlich reagieren.
Konkreter wird es am 12. November. Dann legt Heidelberger Druckmaschinen den vollständigen Halbjahresbericht vor und kann die Gründe für die Kappung genauer erläutern.
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