Hensoldt: 1.600 Neueinstellungen für Kapazitätsaufbau
Hensoldt kämpft mit massivem Auftragsstau: Rekordbestellungen treiben Umsatzprognose, doch die Produktionskapazitäten müssen erst ausgebaut werden.

Kurz zusammengefasst
- Auftragseingang steigt um 62 Prozent
- Rekordbestand von fast neun Milliarden Euro
- Personalaufbau auf über 10.000 Mitarbeiter geplant
- Neue Produktionsstätte in Aalen ab 2027
Die Auftragsbücher quellen über, die Bänder kommen kaum hinterher. Bei Hensoldt klaffen Nachfrage und Produktionskapazität derzeit spürbar auseinander. Während Europas Armeen aufrüsten, kämpft der Rüstungselektronik-Spezialist mit einem handfesten Flaschenhals.
Im vergangenen Jahr schoss der Auftragseingang um 62 Prozent in die Höhe. Der Umsatz wuchs indes nur moderat auf 2,46 Milliarden Euro. Die Folge: Der Auftragsbestand klettert auf einen Rekordwert von fast neun Milliarden Euro.
Fast doppelt so viele Bestellungen kommen herein, wie das Unternehmen aktuell abarbeiten kann. Der politische Rückenwind übersetzt sich somit nur verzögert in harte Erlöse. Für das laufende Jahr peilt das Management nun rund 2,75 Milliarden Euro Umsatz an.
Offensive gegen den Engpass
Um den Stau aufzulösen, fährt das Management eine dreifache Gegenstrategie. Im Zentrum steht ein massiver Personalaufbau. Bis Ende 2026 soll die Belegschaft erstmals die Marke von 10.000 Beschäftigten überschreiten. Dafür bedient sich der Konzern bei der schwächelnden Industrie: Über Kooperationen übernimmt Hensoldt direkt Fachkräfte von Maschinenbauern wie Voith oder dem Continental-Ableger Aumovio.
Parallel dazu fließen Investitionen in die Infrastruktur. Im baden-württembergischen Aalen entstehen neue Produktionsflächen für Optronik und Radarsysteme. Ab 2027 will das Unternehmen dort jährlich rund 1.000 Schlüsselsysteme für die Luftverteidigung fertigen.
Auch die Lieferketten zieht das Management straffer. Ein langfristiger Vertrag mit United Monolithic Semiconductors sichert bis 2030 Hunderttausende Halbleiterbausteine. Diese Gallium-Nitrid-Chips sind essenziell für die gefragten Spexer-Radare, die unter anderem in Luftverteidigungssystemen wie IRIS-T zum Einsatz kommen.
Konkurrenz und kommende Termine
Der Handlungsdruck wächst derweil durch den Blick nach Frankreich. Konkurrent Thales meldete zuletzt für sein Verteidigungsgeschäft ein Auftragsplus von kräftigen 75 Prozent. Die starken Zahlen der Rivalen zwingen den deutschen Sensorik-Spezialisten, seine eigene Lieferfähigkeit rasch zu beweisen.
An der Börse notiert die Aktie aktuell bei 78,60 Euro und hält sich damit knapp über der 50-Tage-Linie. Vom Rekordhoch des vergangenen Herbstes bei rund 115 Euro bleibt das Papier allerdings noch weit entfernt.
Der nächste Gradmesser steht unmittelbar bevor. Am Mittwoch, den 6. Mai, präsentiert das Management den Bericht zum ersten Quartal. Dort wird der Vorstand belegen müssen, dass die Ausbauoffensive den Auftragsstau bereits messbar auflöst. Wenige Wochen später, auf der Hauptversammlung am 22. Mai, stimmen die Aktionäre dann über eine vorgeschlagene Dividende von 0,55 Euro je Aktie ab.
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