Hensoldt: 111 Milliarden für Bundeswehr-Rüstung
Hensoldt verzeichnet Rekordauftragsbestand, kämpft aber mit Produktionsengpässen. Milliarden-Investitionen in Kapazitätsausbau belasten kurzfristig die Marge.

Kurz zusammengefasst
- Rekordauftragsbestand von über 8,8 Milliarden Euro
- Eine Milliarde Euro für Kapazitätsausbau bis 2027
- China-Sanktionen belasten Aktie nur kurzzeitig
- Quartalszahlen am 6. Mai mit erwartetem Verlust
Die Auftragsbücher quellen über, die Produktion kommt nicht hinterher. Beim Rüstungselektronik-Hersteller Hensoldt klafft eine Lücke zwischen politischem Rückenwind und industrieller Realität. Fast doppelt so viele Bestellungen gehen ein, wie das Unternehmen abarbeiten kann. Für Aktionäre bedeutet das eine Phase teurer Investitionen.
Milliarden-Investitionen gegen den Flaschenhals
Im vergangenen Jahr stieg der Auftragseingang kräftig auf 4,71 Milliarden Euro. Der Umsatz wuchs indes nur um knapp zehn Prozent. Das treibt den Auftragsbestand auf ein Rekordniveau von über 8,8 Milliarden Euro. Hensoldt muss dringend Kapazitäten aufbauen.
Bis 2027 fließt rund eine Milliarde Euro in den Ausbau. Das Management plant ein neues Radar-Produktionswerk, integriert den niederländischen Zukauf Nedinsco und will allein im laufenden Jahr 1.600 neue Stellen schaffen.
Diese Expansion kostet kurzfristig Marge. Barclays-Analysten verweisen auf eine laufende SAP-Einführung, die das Ergebnis zusätzlich belasten dürfte.
Erholung nach dem China-Schock
An der Börse sorgte zuletzt die Geopolitik für Unruhe. China setzte Hensoldt auf eine Exportkontrollliste, woraufhin die Aktie binnen sieben Tagen zweistellig einbrach. Entwarnung kam aus Taipeh. Verteidigungsminister Wellington Koo stellte klar, dass die Sanktionen Taiwans Rüstungsbeschaffung nicht tangieren.
Daraufhin setzte zu Wochenbeginn eine leichte Erholung ein. Am Dienstag schloss das Papier bei 72,40 Euro. Damit notiert der Kurs im laufenden Jahr noch leicht im Minus und kämpft mit dem 50-Tage-Durchschnitt bei knapp 78 Euro.
Sektor-Rückenwind und Q1-Zahlen
Das Marktumfeld bleibt intakt. Die Bundesregierung hat seit 2022 Rüstungsverträge im Wert von 111 Milliarden Euro abgeschlossen. Parallel dazu meldete der französische Konkurrent Thales für das erste Quartal einen massiven Auftragssprung im Verteidigungsgeschäft um 75 Prozent.
Am 6. Mai muss Hensoldt eigene Zahlen vorlegen. Analysten erwarten einen Quartalsumsatz von rund 493 Millionen Euro. Wegen der branchenüblichen Saisonalität rechnen Experten mit einem negativen Ergebnis je Aktie von minus 0,16 Euro.
Die Einschätzungen der Banken gehen leicht auseinander. Die Deutsche Bank ruft ein Kursziel von 101 Euro auf und erwartet solide operative Ergebnisse. Barclays stuft die Aktie auf „Equal Weight“ mit einem Ziel von 95 Euro ein.
Nach den Quartalszahlen folgt die Hauptversammlung. Auf der Agenda steht eine vorgeschlagene Dividende von 0,55 Euro je Aktie. Das Management muss in den kommenden Monaten beweisen, dass der teure Kapazitätsausbau die Jahresziele nicht gefährdet. Anvisiert ist ein Umsatz von rund 2,75 Milliarden Euro bei einer operativen Marge von bis zu 19 Prozent.
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