Hensoldt: 46 Prozent Seltene Erden-Abhängigkeit von China
China belegt den deutschen Rüstungskonzern Hensoldt mit Exportkontrollen. Die Aktie reagiert mit Kursverlusten, das Management zeigt sich jedoch gelassen.

Kurz zusammengefasst
- China sanktioniert sieben EU-Firmen
- Hensoldt auf Pekings schwarzer Liste
- Aktie verliert knapp sieben Prozent
- Vorräte an Germanium bis 2028 gesichert
Peking greift direkt in die europäischen Rüstungslieferketten ein. Das chinesische Handelsministerium hat sieben EU-Unternehmen auf eine schwarze Liste für Exportkontrollen gesetzt. Mitten im Fokus steht der deutsche Sensor-Spezialist Hensoldt. Der Vorwurf der Behörden lautet auf Beteiligung an Waffenverkäufen an Taiwan.
Stopp für Dual-Use-Güter
Die Maßnahme trat sofort in Kraft. Chinesische Exporteure dürfen ab sofort keine Güter mehr an die betroffenen Firmen liefern, die sowohl zivil als auch militärisch nutzbar sind. Ein Weiterverkauf von Waren mit chinesischem Ursprung an die sanktionierten Unternehmen ist ebenfalls untersagt. Neben Hensoldt stehen unter anderem die belgische Waffenschmiede FN Herstal und der tschechische Technologieanbieter Omnipol auf der Liste.
Hensoldt selbst gibt sich gelassen. Der Vorstand erwartet keine wesentlichen Auswirkungen auf den operativen Betrieb oder den Ausblick. Direkte Geschäfte in China betreibt der Rüstungskonzern ohnehin kaum.
Der wunde Punkt in der Lieferkette
An der Börse sorgte der Schritt dennoch für Nervosität. Die Hensoldt-Aktie gab auf Wochensicht um knapp sieben Prozent nach und notiert aktuell bei 74,46 Euro. Vom 52-Wochen-Hoch bei gut 115 Euro hat sich der Kurs damit deutlich entfernt.
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Hinter dem Kursrutsch steckt eine konkrete Sorge um die Materialbeschaffung. Die Europäische Union bezieht knapp die Hälfte ihrer Seltenen Erden aus der Volksrepublik. Hensoldt benötigt für seine Infrarot-Optiken und Hochfrequenz-Elektronik zwingend Rohstoffe wie Gallium und Germanium. Das neue Exportverbot trifft genau diese kritischen Vorleistungen für moderne Sensorsysteme.
Vorräte verschaffen Zeit
Das Management hat sich auf solche Szenarien vorbereitet. Laut Finanzvorstand Christian Ladurner reichen die aktuellen Vorräte an Germanium bis Ende 2028. Parallel dazu arbeitet Hensoldt mit dem Fraunhofer-Institut an einer eigenen Kristallzucht am Standort Oberkochen. Ziel ist es, bis Ende 2027 unabhängiger von asiatischen Lieferanten zu agieren.
Diese Maßnahmen mindern das unmittelbare Risiko, decken aber nicht alle Abhängigkeiten bei hochspezialisierten Bauteilen ab. Am 6. Mai präsentiert Hensoldt die Zahlen für das erste Quartal 2026. Dann wird der Vorstand erklären müssen, wie er die mittelfristigen Ziele — darunter einen Jahresumsatz von rund 2,75 Milliarden Euro — unter den verschärften Handelsbedingungen absichert.
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