Hensoldt: 46 Prozent Seltene Erden aus China
China setzt Hensoldt auf Exportkontrollliste. Der Rüstungskonzern prüft die Lage, sieht aber keine materiellen Folgen für das Geschäft.

Kurz zusammengefasst
- Peking setzt Hensoldt auf Sanktionsliste
- Konzern erwartet keine wesentlichen Auswirkungen
- Eigene Kristallzucht als strategische Vorsorge
- Aktie erholt sich nach Taiwan-Statement
Peking hat Hensoldt auf seine Exportkontrollliste gesetzt — mit sofortiger Wirkung. Der Rüstungselektronik-Konzern darf keine Dual-Use-Güter aus China mehr beziehen. Das trifft eine Branche, die bei bestimmten Schlüsselmaterialien kaum Alternativen hat.
Was das Verbot konkret bedeutet
China begründet die Maßnahme mit angeblichen Geschäften Hensoldts mit Taiwan sowie Sicherheitsinteressen. Neben dem deutschen Konzern traf es sechs weitere europäische Rüstungsunternehmen. Das Besondere: Peking untersagt nicht nur eigene Exporte, sondern auch die Weitergabe chinesischer Dual-Use-Güter durch ausländische Dritte — damit reicht der Arm der Maßnahme weit über die Grenzen Chinas hinaus.
Hensoldt selbst gibt sich gelassen. Der Konzern erklärte gegenüber Reuters, man prüfe die Fakten und erwarte keine materiellen Auswirkungen auf Betrieb oder Ausblick. Ob das trägt, wird sich zeigen.
Die strukturelle Schwachstelle
Die eigentliche Frage ist nicht die politische, sondern die rohstoffseitige. Die EU bezieht rund 46 Prozent ihrer Seltenen Erden aus China — Materialien, die in Sensoren, Radarsystemen und Optronik stecken. Schnelle Ersatzlieferanten gibt es kaum.
Hensoldt hat jedoch vorgesorgt. Finanzvorstand Christian Ladurner verwies auf der Jahreskonferenz auf Germanium-Vorräte, die bis Ende 2028 reichen sollen. Parallel entwickelt der Konzern gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut eine eigene Kristallzucht am Standort Oberkochen — mit dem Ziel, bis Ende 2027 unabhängiger zu werden.
Das ist kein Notfallplan, sondern ein bereits laufender Prozess. Allerdings schützt er nicht vor allen Lieferkettenrisiken, solange der Anteil chinesischer Vorprodukte in anderen Bereichen unklar bleibt.
Kurserholung nach Taipeh-Signal
Die Märkte reagierten zunächst mit deutlichen Abgaben — die Aktie verlor innerhalb von sieben Tagen rund zehn Prozent. Am Montag stabilisierte sich der Kurs bei rund 74 Euro, nachdem Taiwans Verteidigungsminister Wellington Koo erklärt hatte, die chinesischen Sanktionen hätten keine Auswirkungen auf die taiwanische Verteidigungsbeschaffung.
Das nimmt zumindest einen Teil des unmittelbaren Nachrichtendrucks heraus. Die annualisierte Volatilität liegt derzeit bei knapp 60 Prozent — der Titel bleibt anfällig für weitere politisch getriebene Ausschläge.
Der erste harte Prüfstein kommt im Mai: Wenn Hensoldt die Quartalszahlen für das erste Quartal 2026 vorlegt, werden Investoren erstmals sehen, ob die Beschränkungen bereits messbare Spuren in den Lieferketten hinterlassen haben.
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