Hensoldt: 8,833 Milliarden Auftragsbestand
Trotz Aufnahme auf Pekings Exportliste sieht Hensoldt keine operativen Folgen. Das Auftragsbuch wächst auf Rekordniveau, während die Produktion ausgebaut wird.

Kurz zusammengefasst
- China setzt Hensoldt auf Exportbeschränkungsliste
- Auftragsbuch erreicht neuen Rekordwert
- Milliardeninvestition in Kapazitätsausbau geplant
- Kurs nach Listung deutlich gefallen
Chinas Handelsministerium hat Hensoldt auf eine Exportbeschränkungsliste gesetzt — gemeinsam mit sechs weiteren Rüstungsunternehmen. Die Begründung: angebliche Geschäfte mit Taiwan und Verstöße gegen chinesische Sicherheitsinteressen. Das Unternehmen selbst gibt sich gelassen: Materielle Auswirkungen auf Betrieb oder Ausblick erwartet der Konzern nicht.
Was die Beschränkungen konkret bedeuten
Das Verbot umfasst den Export sogenannter Dual-Use-Güter an Hensoldt — also Komponenten, die sowohl zivil als auch militärisch einsetzbar sind. Dritte dürfen solche Güter chinesischen Ursprungs nicht an die gelisteten Unternehmen weiterexportieren. Gerade bei Halbleitern und Seltenen Erden hält Peking eine starke Marktposition.
Finanzvorstand Christian Ladurner verwies auf der Jahreskonferenz auf Germanium-Vorräte, die bis Ende 2028 reichen sollen. Parallel arbeitet Hensoldt mit dem Fraunhofer-Institut an eigener Kristallzucht in Oberkochen — Ziel ist mehr Unabhängigkeit bis Ende 2027. Für die Versorgung mit Gallium-Nitrid-Bausteinen sichert eine mehrjährige Vereinbarung mit United Monolithic Semiconductors bis 2030 rund 900.000 Einheiten für Radarsysteme wie Skyranger und IRIS-T.
Diese Maßnahmen mindern ein Teilrisiko. Ob alle möglichen Single-Source-Abhängigkeiten damit abgedeckt sind, bleibt offen.
Rekordaufträge, aber Produktion hinkt hinterher
Operativ zeigt Hensoldt ein markantes Bild: Das Auftragsbuch erreichte zuletzt 8,833 Milliarden Euro — ein Plus von einem Drittel im Jahresvergleich. Neuaufträge legten 2025 um 62 Prozent zu. Der Umsatz wuchs dagegen nur um knapp zehn Prozent auf 2,455 Milliarden Euro.
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Das Book-to-Bill-Verhältnis von 1,9x belegt, dass die Nachfrage der Produktionskapazität davonläuft. Um diesen Engpass zu beheben, investiert Hensoldt bis 2027 rund eine Milliarde Euro in den Kapazitätsausbau — überwiegend an deutschen Standorten, mit einem neuen Radar-Produktionswerk. Allein 2026 sind 1.600 neue Stellen geplant. Eine laufende SAP-Einführung dürfte die Ergebnisse laut Barclays noch auf Jahre belasten und drückt kurzfristig auf die Marge.
Kursreaktion und nächste Wegmarken
Die Börse reagierte auf die Exportlistung mit einem deutlichen Kursrückgang. Aktuell notiert die Aktie bei 73,32 Euro — rund 36 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 115,10 Euro. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von gut vier Prozent.
Für 2026 peilt Hensoldt einen Umsatz von rund 2,75 Milliarden Euro sowie eine bereinigte EBITDA-Marge zwischen 18,5 und 19 Prozent an. Am 6. Mai folgen die Quartalszahlen für Q1 2026 — der erste Stimmungstest nach der China-Listung. Wenige Wochen später, am 22. Mai in München, stimmt die Hauptversammlung über eine vorgeschlagene Dividende von 0,55 Euro je Aktie ab, was einem Anstieg von zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr entspräche.
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