Hensoldt Aktie: 1,5 Milliarden Euro Auftragseingang
mwb research beendet Verkaufsempfehlung für Hensoldt, sieht Risiken aber weiterhin. Die Aktie bleibt trotz operativer Stärke unter Druck.

Kurz zusammengefasst
- Hochstufung von Sell auf Hold
- Kursziel unverändert bei 62 Euro
- Operativ stark, Kurs schwach
- Auftragsbestand auf Rekordniveau
Nach einem Kurssturz von mehr als 26 Prozent in einem Monat zieht mwb research die Reißleine. Die Investmentbank hebt ihre Einstufung für Hensoldt von „Sell“ auf „Hold“ an — nicht weil die Lage gut ist, sondern weil der Markt die Risiken inzwischen ausreichend eingepreist hat.
Hochstufung mit Vorbehalt
Das Kursziel bleibt bei 62,00 Euro. Der Schlusskurs vom Freitag lag bei 64,96 Euro — knapp drei Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 63,12 Euro. Das ist keine Kaufempfehlung. Es ist das Ende einer Verkaufsempfehlung.
mwb research bleibt ausdrücklich vorsichtig. Der Wettbewerb im Radargeschäft nimmt zu, unter anderem durch Saab. Außerdem lastet das F126-Projekt weiter auf der Stimmung. Die Analysten sehen die negativen Nachrichten jedoch weitgehend im Kurs verarbeitet.
Technisch bleibt die Aktie angeschlagen. Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt beträgt gut 20 Prozent. Der RSI liegt bei 31,8 — ein Niveau, das auf eine überverkaufte Situation hindeutet.
Starke Zahlen, schwacher Kurs
Das operative Bild sieht anders aus. Hensoldt verdoppelte den Auftragseingang im ersten Quartal 2026 auf rund 1,5 Milliarden Euro. Der Auftragsbestand kletterte auf einen Rekord von knapp 9,8 Milliarden Euro.
Anfang Juni hob das Unternehmen seine Cashflow-Prognose für 2026 an. Der bereinigte Free Cashflow soll nun rund 50 Prozent des bereinigten EBITDA erreichen — zuvor waren es etwa 40 Prozent. Grund: höhere Kundenanzahlungen durch beschleunigte Rüstungsbeschaffung in Deutschland.
Für das Gesamtjahr erwartet Hensoldt einen Umsatz von rund 2,75 Milliarden Euro bei einer bereinigten EBITDA-Marge zwischen 18,5 und 19,0 Prozent. Starke Fundamentaldaten — aber der Markt hat sie bislang ignoriert.
Was jetzt zählt
Die Lücke zwischen operativer Stärke und Marktbewertung ist das eigentliche Thema. Hensoldt liefert, der Kurs nicht. Seit dem 52-Wochen-Hoch bei 115,10 Euro hat die Aktie mehr als 43 Prozent verloren.
Einen konkreten positiven Kurstreiber für die kommenden Tage gibt es nicht. Erst wenn der Markt das Vertrauen in den Rüstungszyklus zurückgewinnt — oder neue Auftragsmeldungen die Stärke des Auftragsbestands bestätigen — dürfte die Diskrepanz zwischen Kurs und Fundamentaldaten kleiner werden.
Hensoldt-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Hensoldt-Analyse vom 29. Juni liefert die Antwort:
Die neusten Hensoldt-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Hensoldt-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 29. Juni erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Hensoldt: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...