Hensoldt Aktie: Auftragseingang auf 1,5 Milliarden verdoppelt
Nach FCAS-Aus formiert sich deutsches Team Gen 6. Hensoldt treibt als Kernmitglied die nationale Kampfjet-Initiative voran.

Kurz zusammengefasst
- Neues Bündnis nach FCAS-Scheitern
- Hensoldt als Kernmitglied von Team Gen 6
- Auftragsbestand erreicht Rekordniveau
- Prognose für Cashflow deutlich angehoben
Das europäische Kampfjet-Projekt FCAS ist offiziell gescheitert. Jetzt geht die deutsche Rüstungsindustrie in die Offensive. Ein neues Bündnis fordert Milliardenaufträge von der Bundesregierung. Hensoldt besetzt dabei eine Schlüsselposition.
Team Gen 6 macht Druck
Airbus und Dassault Aviation konnten ihre Differenzen nicht beilegen. Frankreich entwickelt nun bis 2040 einen eigenen Jet. Parallel dazu formiert sich in Deutschland das sogenannte „Team Gen 6“. Das von Airbus geführte Konsortium präsentierte sich heute auf der Luftfahrtmesse ILA in Berlin. Hensoldt gehört neben Diehl Defence und MTU Aero Engines zu den Kernmitgliedern. Die Unternehmen drängen auf Tempo. Sie fordern von Berlin konkrete Aufträge bis zur zweiten Jahreshälfte 2026.
Das Ziel: Ein europäisches Programm unter deutscher Führung. Bis Mitte Juli entscheiden Deutschland und Frankreich zudem über die Combat Cloud. Dieses digitale Kommunikationssystem vernetzt Kampfflugzeuge, Drohnen und Sensoren. Hensoldt zeigt passend dazu auf der ILA aktuelle Sensorlösungen. Ein Highlight ist das „Battle Lab“, das verschiedene militärische Bereiche digital vernetzt. Auch das Start-up Helsing nutzt Hensoldt-Technologie für seine neue elektronische Kriegsdrohne.
Rekordwerte im Auftragsbuch
Das operative Geschäft des Sensortechnik-Spezialisten wächst rasant. Im ersten Quartal 2026 verdoppelte Hensoldt den Auftragseingang auf fast 1,5 Milliarden Euro. Der Auftragsbestand erreichte einen Rekordwert von 9,8 Milliarden Euro.
Der Umsatz kletterte um ein Viertel auf 496 Millionen Euro. Das bereinigte operative Ergebnis wuchs auf 44 Millionen Euro. Das Management reagierte prompt auf das starke Wachstum. Es hob die Prognose für den freien Cashflow deutlich an. Dieser soll nun etwa 50 Prozent des operativen Ergebnisses erreichen.
Analysten loben diese Zahlen. Die Deutsche Bank sieht das Kursziel bei 101 Euro und rät zum Kauf. Barclays stuft das Papier neutral ein, sieht den fairen Wert aber bei 97 Euro. Jefferies reiht sich mit einem Ziel von 90 Euro ein.
Blick auf die Charttechnik
An der Börse reagieren Anleger unaufgeregt. Die Hensoldt-Aktie pendelt aktuell um 78,58 Euro. Auf Sicht von 30 Tagen steht ein Plus von gut neun Prozent auf der Kurstafel.
Technisch kämpft das Papier aktuell mit der 50-Tage-Linie. Der mittelfristige Trendindikator verläuft bei knapp 79,50 Euro. Der RSI signalisiert mit einem Wert von 46 eine neutrale Marktstimmung.
Am 31. Juli präsentiert Hensoldt die detaillierten Zahlen für das zweite Quartal. Aktionäre können sich zudem auf eine höhere Dividende einstellen. Das Management plant für das laufende Jahr eine Ausschüttung von rund 0,69 Euro je Aktie.
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