Hensoldt Aktie: Leerverkäufer gegen Auftragsboom
Die Shortquote bei Hensoldt hat sich mehr als verdoppelt, obwohl die Auftragsbücher prall gefüllt sind. Der Mai mit Quartalszahlen und HV wird zeigen, ob die operative Stärke die Skepsis überwindet.

Kurz zusammengefasst
- Shortquote mehr als verdoppelt auf 3,28 Prozent
- Auftragsbestand auf 8,83 Milliarden Euro gestiegen
- Hohe Bewertung und politische Unsicherheiten belasten
- Quartalsbericht im Mai als nächster Kursimpuls
Institutionelle Investoren wetten verstärkt gegen Hensoldt — und das ausgerechnet dann, wenn die Auftragsbücher so voll sind wie selten. Die Shortquote hat sich auf 3,28 Prozent mehr als verdoppelt, verglichen mit dem Zwölfmonatsdurchschnitt von 1,42 Prozent. Ein ungewöhnliches Bild vor dem Hintergrund operativer Kennzahlen, die kaum Anlass zur Skepsis zu bieten scheinen.
Operative Stärke trifft politische Unsicherheit
Der Auftragsbestand kletterte zuletzt auf 8,83 Milliarden Euro — ein Plus von gut einem Drittel gegenüber dem Vorjahr. Das Book-to-Bill-Verhältnis von 1,9 signalisiert, dass neue Aufträge fast doppelt so schnell eingehen, wie bestehende abgearbeitet werden. Im Geschäftsjahr 2025 wuchs der Umsatz um 9,6 Prozent auf 2,455 Milliarden Euro, das bereinigte EBITDA erreichte 452 Millionen Euro bei einer Marge von 18,4 Prozent. Für 2026 peilt das Unternehmen knapp 2,75 Milliarden Euro Umsatz an.
Belastet wird die Aktie von zwei Seiten. Zum einen drückt das schwache Marktumfeld im europäischen Rüstungssektor — Rheinmetall, RENK und TKMS gaben zuletzt ebenfalls nach. Zum anderen beschäftigt die Branche Trumps Drohung mit einem US-Rückzug aus der NATO. Paradoxerweise würde genau dieses Szenario europäische Rüstungsausgaben massiv antreiben und Hensoldt als Spezialist für softwarebasierte Verteidigungslösungen direkt begünstigen.
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Hinzu kommt eine Bewertung, die wenig Spielraum lässt: Das KGV liegt bei über 120. Analysten warnen zudem vor einem möglichen Übergangsjahr 2026 mit gedämpftem Wachstum — was erklären dürfte, warum Leerverkäufer trotz der starken Auftragslage ihre Positionen ausgebaut haben.
Mai wird zum Testmonat
Charttechnisch hat die Aktie zuletzt Boden gutgemacht. Anfang April kreuzte der Kurs die 100-Tage-Linie nach oben — der übergeordnete Abwärtstrend vom Oktober-Hoch bei 115,10 Euro ist damit jedoch noch nicht überwunden.
Der nächste konkrete Impuls kommt am 6. Mai: Dann präsentiert Hensoldt den Quartalsbericht. Bestätigen die Zahlen die starke operative Entwicklung, geraten Leerverkäufer unter Druck und könnten ihre Positionen schnell eindecken müssen. Nur zwei Wochen später, am 22. Mai, stimmen die Aktionäre auf der Hauptversammlung in München über die auf 0,55 Euro je Aktie deutlich erhöhte Dividende ab. Der Mai dürfte zeigen, ob die operative Realität die Skepsis der Shortseller schließlich aushebelt.
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