Hensoldt Aktie: Marge wächst schneller als Umsatz
Im dritten Quartal übertraf Hensoldt die Ebitda-Erwartungen; die Umsatzplanung für 2026 bleibt unter dem Analystenkonsens.

Kurz zusammengefasst
- 2026-Umsatzziel auf 2,8 Milliarden Euro erhöht
- Quartalsmarge steigt auf 20,6 Prozent
- Auftragsbestand erreicht gut 10 Milliarden Euro
- Freier Cashflow bleibt hinter Markterwartungen
Hensoldt hebt die Jahresziele an, und im dritten Quartal fiel die Profitabilität deutlich stärker aus als erwartet. Der Rüstungselektronikspezialist profitiert von den hohen Verteidigungsausgaben in Deutschland und Europa. Bei der Umsatzprognose bleibt der Konzern allerdings vorsichtig.
Prognose leicht angehoben
Für 2026 peilt Hensoldt nun rund 2,8 Milliarden Euro Umsatz an, bisher waren es etwa 2,75 Milliarden. Die bereinigte Ebitda-Marge soll bei rund 19 Prozent liegen, zuvor stand eine Spanne von 18,5 bis 19 Prozent im Plan. Beim Verhältnis von Auftragseingang zu Umsatz visiert das Unternehmen das obere Ende der Spanne von 1,5 bis 2,0 an.
Im dritten Quartal erreichte das bereinigte Ebitda 144 Millionen Euro, nach 104 Millionen im Vorjahr. Die Marge sprang auf 20,6 Prozent. Das Ergebnis lag rund 12 Prozent über den Erwartungen. Die neue Umsatzprognose bleibt hingegen etwa ein Prozent unter dem Analystenkonsens.
Jefferies nennt das Umsatzziel „konservativ“, da es für das Schlussquartal nur rund zwei Prozent Wachstum unterstellt. Die Bank bestätigt ihr Votum „Buy“ mit einem Kursziel von 98 Euro. Die Aktie hatte am Mittwoch bei 81,44 Euro geschlossen.
Rekordbestand, schwacher Cashflow
Über die ersten neun Monate wuchs der Umsatz um gut 21 Prozent auf 1,86 Milliarden Euro. Das bereinigte Ebitda stieg um ein Drittel auf 281 Millionen Euro. Besonders stark entwickelte sich die Optronik, die im Quartal um 38 Prozent zulegte.
Der Auftragseingang schnellte um fast 77 Prozent auf 3,56 Milliarden Euro. Treiber waren Aufträge für Eurofighter sowie die Fahrzeuge Schakal und Puma. Der Auftragsbestand erreichte einen Rekordwert von gut 10 Milliarden Euro. Weitere Bestellungen erwartet das Management im Schlussquartal in den Bereichen elektronische Kampfführung, Marine, Land und Eurofighter.
Schwächer fiel der freie Cashflow aus. Im dritten Quartal flossen rund 32 Millionen Euro zu, der Markt hatte mit 38 Millionen gerechnet. Zudem strich Hensoldt die bisherige Aussage zu durchlaufenden Umsätzen aus dem Ausblick.
CEO Oliver Dörre verweist auf die Investitionen in zusätzliche Kapazitäten: „Wir fertigen und liefern deutlich mehr.“
Pegasus als Schlüsselfaktor
Das Auftragsziel hält Hensoldt auch dann, wenn der Pegasus-Vertrag erst Anfang 2027 vergeben wird. Fällt die Zuschlagsentscheidung noch 2026, rechnet das Unternehmen mit einem Verhältnis von etwa 2,3. Jefferies leitet daraus Bestellungen von rund 5,3 Milliarden Euro ohne und 6,4 Milliarden mit Pegasus ab.
Mehr Details dürfte der Kapitalmarkttag am 10. November in London liefern.
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