Hensoldt Aktie: Milliardenstau in der Fertigung

Trotz eines Auftragsbestands von 8,8 Mrd. Euro kämpft Hensoldt mit Kapazitätsproblemen, was zu Umsatzprognosen unter den Erwartungen und ersten Portfolioanpassungen großer Investoren führt.

Eduard Altmann ·
Hensoldt Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Auftragsbestand erreicht Rekordwert von 8,8 Milliarden Euro
  • Produktion kann Nachfrage nicht schnell genug bedienen
  • BlackRock reduziert leicht seine Stimmrechtsanteile
  • Milliardeninvestitionen sollen Engpässe beseitigen

Ein Auftragsbestand von über 8,8 Milliarden Euro sollte eigentlich für Euphorie an den Märkten sorgen. Beim Rüstungselektronik-Konzern Hensoldt führt diese Rekordsumme derzeit jedoch zu handfesten Kapazitätsproblemen. Weil die Produktionsgeschwindigkeit der enormen Nachfrage hinterherhinkt, reagieren erste Großinvestoren nun mit Portfolioanpassungen.

Am Freitag meldete der Vermögensverwalter BlackRock eine leichte Reduzierung seiner Stimmrechtsanteile auf knapp unter fünf Prozent. Diese schrittweise Positionsanpassung folgt auf eine enttäuschende Prognose für das Jahr 2026. Obwohl der Auftragseingang im vergangenen Jahr um beachtliche 62 Prozent auf 4,71 Milliarden Euro kletterte, rechnet das Management für das laufende Jahr nur mit einem Umsatz von rund 2,75 Milliarden Euro. Die angestrebte operative Marge von maximal 19 Prozent liegt ebenfalls unter den Erwartungen der Analysten. Das signalisiert dem Markt klar: Der Konzern kann die Bestellungen für komplexe Systeme wie Luftverteidigungsradare aktuell nicht schnell genug abarbeiten.

Strategie gegen den Flaschenhals

Um die Lücke zwischen Auftragseingang und tatsächlichem Umsatz zu schließen, steuert das Management mit einem milliardenschweren Investitionsprogramm gegen. Ein zentraler Baustein ist die Sicherung von 900.000 Hochleistungschips bis 2030 durch einen neuen Liefervertrag. Parallel übernimmt der Konzern den niederländischen Optronik-Spezialisten Nedinsco aus eigenen Barmitteln, um die interne Wertschöpfungskette zu stärken.

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Auch beim dringend benötigten Personalaufbau geht das Unternehmen ungewöhnliche Wege. Durch eine Rekrutierungsvereinbarung mit dem Continental-Spin-off AUMOVIO sollen gezielt Fachkräfte aus dem Automotive-Sektor für die süddeutschen Standorte gewonnen werden. Allein im laufenden Jahr plant der Zulieferer die Einstellung von 1.600 neuen Mitarbeitern.

Die aktuelle Skepsis der Anleger bezüglich der Umsetzungsgeschwindigkeit spiegelt sich im Kursverlauf wider. Mit einem Schlusskurs von 75,30 Euro am Freitag notiert das Papier mittlerweile fast 35 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch. Der nächste konkrete Datenpunkt für den Markt folgt am 26. März mit der Vorlage des geprüften Konzernabschlusses. An diesem Termin wird das bis 2031 bestätigte Management um CEO Oliver Dörre detailliert aufschlüsseln, wie sich der laufende Kapazitätsausbau auf die kurzfristigen Lieferpläne auswirkt.

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Hensoldt Aktie

76,10 EUR

– 3,05 EUR -3,85 %
KGV 73,18
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite 0,62 %
Marktkapitalisierung 9,04 Mrd. EUR
ISIN: DE000HAG0005 WKN: HAG000

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