Hensoldt Aktie: Orbit, Übernahme, Auslagerung

Der Rüstungselektronik-Konzern Hensoldt plant die Serienfertigung eines Weltraumradars ab 2028 und reagiert mit einer Übernahme und Lizenzfertigung auf die massive Auftragsflut.

Dieter Jaworski ·
Hensoldt Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Serienproduktion von Weltraumradar ab 2028 geplant
  • Auftragsbestand übersteigt Umsatz um das Dreifache
  • Übernahme des Optronik-Spezialisten Nedinsco beschlossen
  • Strategischer Wandel hin zum Systemintegrator

Drei strategische Baustellen auf einmal: Hensoldt-CEO Oliver Dörre hat in München ein dichtes Programm skizziert — vom Weltraum-Radar bis zur Lieferketten-Neuordnung. Der Rüstungselektronik-Konzern bereitet sich damit auf ein Wachstum vor, das die eigene Fertigungskapazität längst übersteigt.

Serienproduktion im Orbit ab 2028

Das Unternehmen will 2027 einen SAR-Sensor für den Weltraum qualifizieren und 2028 mit der Serienproduktion beginnen. Das Radar aus der PrecISR-Serie liefert hochauflösende Aufklärungsbilder mit einer Auflösung von 0,3 Metern — unabhängig von Wetterbedingungen. Technologisch ist das Know-how bereits erprobt.

Hintergrund ist die Ende 2025 geschlossene Kooperation mit Helsing und dem norwegischen Rüstungskonzern Kongsberg. Bis 2029 soll eine europäische Satellitenkonstellation für Aufklärung und Zielerfassung entstehen. Beobachter sehen das Konsortium als potenziellen Bieter für das deutsche Weltraum-Aufklärungsprojekt SPOCK 2.

Auftragsflut trifft Kapazitätsgrenze

Der eigentliche Druck kommt aus dem Orderbuch. Neuaufträge stiegen 2025 um 62 Prozent auf 4,71 Milliarden Euro, der Auftragsbestand wuchs auf 8,83 Milliarden Euro — mehr als das Dreifache des Jahresumsatzes von 2,46 Milliarden Euro. Für Dörre ist die Produktionsausweitung daher die dringlichste Aufgabe.

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Ein Teil der Lösung könnte Lizenzfertigung sein. Für die modulare Spexer-Radarfamilie, bei der das Management in den kommenden Jahren einen vierstelligen Absatz erwartet, hält Dörre eine Auslagerung für realistisch. Gleichzeitig verschiebt sich die Wertschöpfungstiefe: Lag der konzerninterne Anteil früher bei 80 bis 90 Prozent, liegt er heute bei 60 bis 70 Prozent — angestrebt werden 50 Prozent. Hensoldt versteht sich zunehmend als Integrator, der Technologien verschiedener Anbieter zusammenführt.

Parallel vertieft das Unternehmen seine Lieferkette selektiv. Am 5. März unterzeichnete Hensoldt einen Übernahmevertrag für den niederländischen Optronik-Spezialisten Nedinsco — rund 140 Mitarbeiter, seit zwei Jahrzehnten Komponentenlieferant für Hensoldt-Periskope. Der Abschluss ist für Mitte 2026 geplant und wird vollständig aus bestehenden Mitteln finanziert.

Ausblick mit konkreten Terminen

Für 2026 peilt das Management einen Umsatz von rund 2,75 Milliarden Euro an, bei einer EBITDA-Marge zwischen 18,5 und 19 Prozent. Den nächsten Einblick in die Zahlen liefert der Jahresbericht am 26. März 2026, gefolgt von Zwischenberichten am 6. Mai und 5. November. Die Aktie notiert aktuell knapp unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 81,90 Euro — und damit noch deutlich unter dem Oktober-Hoch von 115,10 Euro, das die Erwartungen der vergangenen Monate widerspiegelt.

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Hensoldt Aktie

79,15 EUR

– 4,85 EUR -5,77 %
KGV 73,18
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite 0,62 %
Marktkapitalisierung 9,04 Mrd. EUR
ISIN: DE000HAG0005 WKN: HAG000

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