Hensoldt Aktie: Radaraufträge aus Brüssel?
Deutsche Bank Research bestätigt das Kaufurteil; Hensoldt legt am Freitag zu und veröffentlicht die Neunmonatsmitteilung am 5. November.
Kurz zusammengefasst
- Hensoldt-Aktie gewinnt 5,9 Prozent
- Deutsche Bank bestätigt Kaufempfehlung
- Barclays erhöht Kursziel auf 101 Euro
- Absichtserklärung zur ukrainischen Luftraumüberwachung unterzeichnet
Die Aktien von Hensoldt haben am Freitag im Sog einer breiten Rally europäischer Rüstungswerte kräftig zugelegt. Angetrieben von der Aussicht auf zusätzliche Aufträge aus den Verteidigungshaushalten stieg das Papier um 5,9 Prozent auf einen Schlusskurs von 87,80 Euro. Marktbeobachter verwiesen auf die Erwartung, dass europäische Regierungen vor dem Jahresende weitere Beschaffungen vergeben könnten.
Die Nachrichtenagentur dpa-AFX berichtete über eine spürbare Erholung im gesamten europäischen Verteidigungssektor. Zu den Impulsgebern zählten Signale aus Brüssel, wo die EU-Staaten ihre Unterstützung für die Ukraine bekräftigten.
Gleichzeitig sorgten wachsende Zweifel an künftigen US-Militärhilfen für die Einschätzung, dass europäische Länder ihre eigenen Etats zügiger ausschöpfen müssen. Zusätzliche Zuversicht brachten Erwartungen bezüglich möglicher Neuvergaben aus dem deutschen Bundeshaushalt zum Jahresende.
Analysten sehen Spielraum bei den Margen
Flankiert wurde die Kursentwicklung am Freitag von positiven Analystenkommentaren. Deutsche Bank Research bestätigte die Kaufempfehlung für Hensoldt mit der Einstufung „Buy“ und einem Kursziel von 105 Euro.
Analyst Christophe Menard verwies darauf, dass eine höhere Produktionsleistung die Margen im Sensorgeschäft im dritten Quartal gestützt haben könnte. Vor diesem Hintergrund hält der Experte eine Anpassung der Jahresziele durch das Unternehmen für denkbar.
Bereits am 12. Oktober hatte Barclays das Kursziel für den Sensor-Spezialisten von 97 Euro auf 101 Euro angehoben. Die Einstufung beließen die Analysten auf „Equalweight“. Die Experten blicken damit vor dem anstehenden Zwischenbericht überwiegend konstruktiv auf die operative Entwicklung des Konzerns.
Neunmonatszahlen im Fokus der Anleger
Inwieweit sich die budgetären Signale bereits im operativen Zahlenwerk widerspiegeln, wird sich in wenigen Wochen zeigen. Das Unternehmen wird seine Quartalsmitteilung für die ersten neun Monate 2026 am 5. November vorlegen. Marktteilnehmer dürften dabei vor allem auf den Auftragseingang und die Auslastung in der Produktion blicken.
Auf operativer Ebene treibt Hensoldt derweil strategische Partnerschaften voran. Vor rund zwei Wochen unterzeichnete CEO Oliver Dörre mit dem ukrainischen Verteidigungsministerium eine Absichtserklärung zur Stärkung der dortigen Luftraumüberwachung.
Die Vereinbarung sieht weitere Radarlieferungen vor und umfasst zudem die Prüfung eines Einsatzes von Weitbereichsradaren des Typs TRL-4D LR. Das Vorhaben unterstreicht die anhaltend hohe Nachfrage nach moderner Luftverteidigungstechnik im europäischen Raum.
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