Gute Nachrichten aus dem operativen Geschäft verpuffen derzeit an der Börse. Obwohl der Rüstungselektronik-Spezialist eine wichtige Auftragserweiterung der Bundeswehr meldet, dominiert die Angst vor eskalierenden Handelskonflikten das Geschehen. Die Aktie kämpft mit einer schwierigen Gemengelage zwischen geopolitischen Chancen und makroökonomischen Risiken.
Das Wichtigste im Überblick:
* Kursreaktion: Aktie notiert bei 89,45 Euro deutlich unter dem Vortagesschluss von 92,25 Euro.
* Operativ: Bundeswehr beauftragt „Hard-Kill“-Erweiterung für Drohnenabwehr.
* Belastungsfaktor: US-Zolldrohungen drücken den gesamten Sektor.
* Termin: Vorläufige Jahresergebnisse folgen am 26. Februar 2026.
Upgrade für die Drohnenabwehr
Das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) setzt weiter auf Hensoldt-Technologie. Konkret geht es um das Drohnenabwehrsystem ASUL, das bisher primär auf elektronische Störsignale („Soft-Kill“) spezialisiert war. Mit dem neuen Auftrag werden nun kinetische Wirkmittel integriert.
Dies geschieht durch eine Waffenstation des Partners Kongsberg in einem standardisierten Container. Das System beherrscht künftig also auch den physischen Abschuss von Drohnen („Hard-Kill“). Ein neuer Führungscontainer soll zudem die Koordination zwischen militärischem Kommando und der KI-gestützten Software „Elysion“ optimieren. Trotz dieser technologischen Festigung konnte sich der Titel dem negativen Marktsog nicht entziehen.
Geopolitik belastet die Stimmung
Verantwortlich für den Rücksetzer sind vor allem Sorgen über verschärfte Handelsspannungen zwischen den USA und der EU. US-Präsident Trump drohte kürzlich mit Zöllen von zehn Prozent, sollte der Konflikt um Grönland nicht gelöst werden. Diese Unsicherheit führt zu Gewinnmitnahmen im Rüstungssektor, der zuvor oft als sicherer Hafen galt.
Interessant ist hierbei die Ambivalenz der Lage: Einerseits belasten die Zoll-Drohungen den Kurs, andererseits könnten Missionen wie „Arctic Sentry“ Hensoldt als Spezialisten für Arktis-Aufklärungssensoren perspektivisch in die Karten spielen. Aktuell wiegen die Marktrisiken jedoch schwerer.
Charttechnik und Analysten
Der Kursrutsch auf aktuell 89,45 Euro bringt die Aktie in eine technisch sensible Zone. Zwar liegt der Titel auf Sicht von 30 Tagen noch immer über 22 Prozent im Plus, doch das Unterschreiten der 90-Euro-Marke ist ein Warnsignal. Die US-Bank JPMorgan bestätigte zuletzt ihr „Neutral“-Votum mit einem Kursziel von exakt 90 Euro.
Auf institutioneller Seite zeigt sich dennoch Vertrauen: Der Vermögensverwalter BlackRock hat seinen Anteil leicht auf 4,87 Prozent ausgebaut. Charttechnisch richtet sich der Blick nun auf die Unterstützung im Bereich von 80 Euro, sollte die Marke von 90 Euro nicht zügig zurückerobert werden.
Der nächste entscheidende Impuls steht am 26. Februar 2026 an. Dann präsentiert das Unternehmen die vorläufigen Zahlen für 2025, wobei das Management zuletzt einen Umsatz zwischen 2,5 und 2,6 Milliarden Euro sowie eine EBITDA-Marge von mindestens 18 Prozent in Aussicht stellte. Bis dahin dürfte die Entwicklung im US-Handelsstreit die Richtung vorgeben.
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