Hensoldt: Germanium-Vorräte bis 2028
Peking setzt Hensoldt auf Sanktionsliste, Aktie bricht ein. Der Konzern sichert Produktion mit Germanium-Reserven bis 2028.

Kurz zusammengefasst
- China setzt Hensoldt auf Sanktionsliste
- Aktie verliert knapp sechs Prozent
- Germanium-Vorräte bis Ende 2028 gesichert
- Eigene Kristallzucht bis 2027 geplant
China hat am Freitag sieben europäische Rüstungsunternehmen auf eine Exportkontrollliste gesetzt. Hensoldt ist dabei. Peking begründete den Schritt mit Waffenverkäufen an Taiwan — und trifft damit einen Konzern, der auf chinesische Rohstoffe für seine Radarsysteme angewiesen ist.
Kursverlust nach Pekings Entscheidung
Die Reaktion an der Börse war unmittelbar. Die Hensoldt-Aktie verlor am Freitag knapp sechs Prozent und schloss bei 73,32 Euro. Auf Wochensicht summiert sich das Minus auf gut zehn Prozent.
Hinter dem Kursrückgang steckt eine konkrete Sorge: China darf bestimmte Komponenten und Rohstoffe nicht mehr direkt an die gelisteten Unternehmen liefern. Für Hensoldt bedeutet das potenziell Engpässe bei der Produktion von Infrarot-Optiken und Hochfrequenz-Elektronik — beides Kernbestandteile moderner Sensorsysteme.
Germanium-Vorrat als Puffer
Finanzvorstand Christian Ladurner hatte offenbar früh gegengesteuert. Hensoldt verfügt nach eigenen Angaben über Germanium-Bestände, die die Produktion bis Ende 2028 sichern. Germanium ist das kritische Halbleitermaterial hinter Hensoldts Infrarotprodukten — und wird bislang überwiegend aus China bezogen.
Das gibt dem Konzern Zeit. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
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Eigene Kristallzucht bis 2027
Parallel arbeitet Hensoldt mit dem Fraunhofer-Institut an einer eigenen Kristallzucht. Das Ziel: Basisrohstoffe für optische und elektronische Sensoren künftig selbst herzustellen. Bis Ende 2027 soll die Anlage voll laufen.
Gelingt das, wäre Hensoldt deutlich unabhängiger von chinesischen Lieferketten. Der Weg dorthin kostet allerdings Geld — und das Management muss in den kommenden Wochen erklären, wie diese Investitionen die Bilanz belasten.
Wie hoch die Mehrkosten durch den beschleunigten Aufbau der Eigenfertigung ausfallen, bleibt vorerst offen. Die nächste Gelegenheit zur Einordnung dürfte das Management beim nächsten Quartalsbericht nutzen.
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