Hermes Aktie: Bei Berenberg ist nur noch Halten drin
Neunmonatsumsatz erreicht 12,3 Milliarden Euro; Berenberg verweist auf regionale und produktbezogene Schwächen.

Kurz zusammengefasst
- Renovierter Standort auf Long Island eröffnet
- Berenberg stuft Hermès auf Halten herab
- Kursziel sinkt von 1.850 auf 1.230 Euro
- Neunmonatsumsatz wächst währungsbereinigt um sechs Prozent
Hermès setzt die Modernisierung seines Filialnetzes fort, während die Geschäftsentwicklung ein gemischtes Bild zeichnet. Am 29. Oktober gab das Unternehmen die Wiedereröffnung seines renovierten Geschäfts Americana Manhasset auf Long Island in New York bekannt. Für Anleger ist das ein operatives Signal, aber noch kein Beleg für eine breitere Nachfragebelebung.
Renovierung ist kein Wachstumsnachweis
Die Wiedereröffnung betrifft einen bestehenden Standort. Sie ist deshalb von einer zusätzlichen Filiale zu unterscheiden und liefert für sich genommen keinen Nachweis höherer Umsätze. Für die Bewertung der Aktie bleibt entscheidend, ob Hermès seine Wachstumsprobleme in einzelnen Regionen und Produktgruppen überwinden kann.
Gerade darin liegt die Grenze der positiven Ladennachricht: Ein modernisierter Auftritt und die tatsächliche Geschäftsdynamik sind unterschiedliche Größen. Die Mitteilung zur Wiedereröffnung ersetzt daher keine Bestätigung, dass sich die Nachfrage im amerikanischen Geschäft beschleunigt.
Berenberg verweist auf breitere Schwächen
Berenberg stufte Hermès am 23. Oktober von Kaufen auf Halten ab. Zugleich senkte das Analysehaus sein Kursziel von 1.850 Euro auf 1.230 Euro. Als Gründe nannte es die anhaltende Schwäche in China, ein langsameres Wachstum in Amerika und schwache Produktkategorien außerhalb der Lederwaren.
Die Kritik beschränkte sich damit nicht auf einen einzelnen Absatzmarkt. Sie betraf sowohl die regionale Entwicklung als auch die Breite des Sortiments. Eine einzelne Wiedereröffnung in den USA entkräftet diese Einschätzung nicht.
Der bereits veröffentlichte Umsatzbericht für das dritte Quartal 2026 verdeutlicht die unterschiedlichen Entwicklungen: Medienberichten zufolge blieb das Wachstum hinter den Analystenerwartungen zurück. Starker Nachfrage nach Lederwaren standen schwächere Entwicklungen im Nahen Osten sowie bei Uhren und Bekleidung gegenüber.
Mittelfristiges Ziel bleibt der Maßstab
Hermès hielt bei der Veröffentlichung an seinem ambitionierten mittelfristigen Ziel für das Umsatzwachstum zu konstanten Wechselkursen fest. Das Unternehmen stellte damit seine längerfristigen Ambitionen nicht infrage. Diese Zielsetzung ist allerdings von einem Nachweis bereits erreichter Beschleunigung zu trennen.
In den ersten neun Monaten 2026 erzielte Hermès einen Umsatz von 12,3 Milliarden Euro. Zu konstanten Wechselkursen entsprach das einem Wachstum von 6 Prozent.
Für Anleger ergibt sich daraus ein klarer Prüfmaßstab: Nicht die Wiedereröffnung allein, sondern eine breiter abgestützte Geschäftsentwicklung würde die von Berenberg benannten Zweifel adressieren. Lederwaren liefern Unterstützung; die Schwächen anderer Kategorien und Regionen begrenzen bislang die Aussagekraft dieses Erfolgs für das Gesamtgeschäft.
Stand heute, 5. November: Hermes – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in Hermes investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 5. November gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.