Hermes Aktie: Wie widerstandsfähig noch?
Der Kurs gewann 2,5 Prozent, während UBS ihre Bewertung senkte und Hermès am 22. Oktober Quartalszahlen vorlegen wird.

Kurz zusammengefasst
- Aktie schloss 2,5 Prozent höher
- Seit Jahresbeginn 39 Prozent im Minus
- UBS senkte Kursziel auf 1.168 Euro
- Quartalsbericht folgt am 22. Oktober
Im Fahrwasser einer Erholung am französischen Leitindex CAC 40 hat die Aktie von Hermès am Freitag zugelegt. Getragen von der Aussicht auf eine zurückhaltendere Zinspolitik der Europäischen Zentralbank stieg der Kurs zum Handelsschluss um 2,5 Prozent auf 1.297,50 Euro.
Für das Papier bedeutete das freundliche Marktumfeld eine vorübergehende Entlastung nach einer monatelangen Schwächephase, ohne dass unternehmenseigene Nachrichten den Ausschlag gaben.
Zunehmender Gegenwind vor den Quartalszahlen
Hinter der jüngsten Aufwärtsbewegung bleibt die Gesamtlage im Luxussektor angespannt. Wie Reuters berichtet, lasten vor der anstehenden Vorlage der Zahlen für das dritte Quartal mehrere Faktoren auf den Branchengrößen: Chinas steuerliches Vorgehen gegen wohlhabende Personen, die Auswirkungen des Kriegs mit Beteiligung des Irans sowie Signale einer nachlassenden Konsumfreude in den USA dämpfen die Stimmung. Medienberichten zufolge verzeichneten sowohl Hermès als auch LVMH im laufenden Kalenderjahr Kursrückgänge von rund 40 Prozent.
Seit Jahresbeginn ergibt sich für die Hermès-Aktie ein Verlust von 39 Prozent. Die gleichzeitige Eintrübung in zentralen Absatzmärkten wie Asien und Nordamerika stellt die traditionell robuste Nachfrage auf die Probe. Für Anleger rückt damit die Frage in den Mittelpunkt, wie widerstandsfähig sich das margenstarke Geschäft in einem schwierigen makroökonomischen Umfeld tatsächlich präsentiert.
Skepsis bezüglich Knappheit und Zyklik
Auch die Einschätzungen am Markt haben sich zuletzt eingetrübt. Die Analysten der UBS stuften Hermès am 5. Oktober von Neutral auf Verkaufen ab. Das Zwölfmonatskursziel reduzierte das Institut dabei von 1.695 Euro auf 1.168 Euro. Zur Begründung verwies die Bank auf eine nachlassende Verknappung des Angebots sowie eine zunehmend zyklische Natur der Nachfrage.
Klarheit über den tatsächlichen Geschäftsverlauf dürften die kommenden Wochen bringen. Hermès wird seine Ergebnisse für das dritte Quartal 2026 planmäßig am 22. Oktober vorlegen. An diesem Termin wird sich erweisen, wie stark die weltweiten Belastungsfaktoren die Umsätze des traditionsreichen Luxusgüterherstellers im abgelaufenen Jahresviertel beeinflusst haben.
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