Hochtief Aktie: 43-Milliarden-Projekt Hyperion

Hochtief erhöht Gewinnziel für 2026 dank Rechenzentrums-Boom. Rekordauftragsbestand und starkes US-Geschäft beflügeln den Baukonzern.

Dr. Robert Sasse ·
Großbaustelle mit Stahlgerüsten und moderner Infrastruktur bei Sonnenaufgang. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Gewinnprognose deutlich angehoben
  • Rekordauftragsbestand von 84,8 Milliarden Euro
  • Datencenter-Aufträge mehr als verdoppelt
  • Aktie mit 36,76 Prozent Jahresplus

Der Essener Baukonzern Hochtief blickt nach einem erfolgreichen ersten Halbjahr deutlich optimistischer auf das Gesamtjahr 2026. Das Unternehmen hat seine Gewinnprognose angehoben und profitiert dabei maßgeblich von einem boomenden Markt für digitale Infrastruktur. Das operative Nettoergebnis soll nach neuen Schätzungen zwischen 1,025 und 1,100 Milliarden Euro liegen, was einer Steigerung von 30 bis 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Rekordwerte beim Auftragsbestand und Fokus auf Rechenzentren

Die positive Entwicklung wird vor allem durch eine starke Nachfrage nach spezialisierten Bauprojekten getrieben. Wie Hochtief am 27. Juli berichtete, hat sich der Auftragseingang für Datencenter innerhalb von nur zwölf Monaten mehr als verdoppelt. Zu den prominentesten Projekten zählen Aufträge für den Tech-Giganten Meta in Nordamerika und Europa sowie das NTT Global Data Centers in Berlin. Letzteres umfasst ein 36-MW-Rechenzentrum, dessen Bau bereits im laufenden Sommer beginnen soll.

Besonders hervorzuheben ist das Projekt „Hyperion“ in Louisiana. Medienberichten zufolge hat die US-Tochter Turner einen Großauftrag für dieses KI-Rechenzentrum von Meta bestätigt. Mit einer geplanten Investitionssumme von über 43 Milliarden Euro und einer Rechenleistung von 5 Gigawatt stellt es eines der massivsten Projekte der Firmengeschichte dar. Der gesamte Auftragsbestand des Konzerns erreichte zum Ende des ersten Halbjahres einen Rekordwert von 84,8 Milliarden Euro, ein Plus von 23 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Solide Finanzlage und starke Entwicklung der US-Tochter

Auch auf operativer Ebene zeigen die Zahlen der ersten sechs Monate ein deutliches Wachstum. Der Umsatz stieg um 10 Prozent auf 20,1 Milliarden Euro, während das operative Nettoergebnis um 35 Prozent auf 480 Millionen Euro zulegte. Parallel dazu verbesserte sich die Netto-Liquidität im Jahresvergleich um 1,5 Milliarden Euro – trotz einer Dividendenzahlung von 393 Millionen Euro.

Die US-Tochtergesellschaft Turner trägt wesentlich zu diesem Erfolg bei und erhöhte ebenfalls ihre Gewinnprognose für 2026. Turner erwartet nun ein operatives Ergebnis vor Steuern zwischen 1,400 und 1,460 Milliarden US-Dollar. Neben dem operativen Erfolg gab es im Konzern auch personelle Weichenstellungen: Seit dem 3. Juni fungiert Peter Hingott als neuer CEO von Hochtief Infrastructure, während sein Vorgänger José Ignacio Legorburo die Rolle des Executive Vice President Operations für Europa übernahm.

Aktienkurs spiegelt Wachstumskurs wider

An der Börse wird die Entwicklung des Konzerns positiv aufgenommen. Am heutigen Freitag notiert die Hochtief-Aktie bei 457,60 Euro, was einem Tagesplus von 0,75% entspricht. Das Papier hat damit seit Jahresbeginn um 36,76% an Wert gewonnen. Trotz der jüngsten Kursgewinne besteht weiterhin ein gewisser Abstand zum bisherigen Jahreshoch: Der aktuelle Kurs liegt 17,48% unter dem 52-Wochen-Hoch von 554,50 Euro, das am 6. Mai erreicht wurde.

Der operative Cashflow der vergangenen zwölf Monate belief sich auf 2,4 Milliarden Euro, was einem Zuwachs von 396 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr entspricht. Diese finanzielle Stabilität ermöglicht es dem Konzern, die ambitionierten Großprojekte im Bereich der KI-Infrastruktur und der Bundeswehr-Liegenschaften – wie den im Februar unterzeichneten Großauftrag für die Bundeswehr-Universität Hamburg im mittleren dreistelligen Millionenbereich – konsequent voranzutreiben.

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– 11,20 EUR -2,51 %
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Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite 1,56 %
Marktkapitalisierung 32,78 Mrd. EUR
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