Hochtief Aktie: 50 Milliarden Dollar für Meta-Rechenzentrum
Hochtief-Tochter Leighton Asia erhält Zuschlag für Rechenzentrumsbau in Thailand. Analyst Jefferies hebt Kursziel an.

Kurz zusammengefasst
- Neuer Rechenzentrumsauftrag in Thailand
- Meta-KI-Rechenzentrum in Louisiana erweitert
- CIMIC übernimmt Thiess Group vollständig
- Jefferies erhöht Kursziel auf 508 Euro
Die australische Tochtergesellschaft Leighton Asia, Teil der CIMIC Group, erhielt den Zuschlag für den Bau eines Rechenzentrumsprojekts in Thailand. Der Essener Baukonzern reiht damit einen weiteren Auftrag in eine Serie ein, die sich in den vergangenen Tagen deutlich verdichtet hat.
Erst am Vortag hatte die US-Tochter Turner Construction die Erweiterung eines Meta-KI-Rechenzentrums in Louisiana gemeldet. Die IT-Kapazität des Projekts soll auf 5 Gigawatt anwachsen, der gesamte Investitionsrahmen liegt bei mehr als 50 Milliarden US-Dollar. Ebenfalls am 16. Juli wurde bekannt, dass die australische CPB Contractors, eine weitere CIMIC-Tochter, für die erste Bauphase der Toowoomba-Warwick-Pipeline in Australien ausgewählt wurde.
Auftragsflut trifft auf Konzernumbau
Die Häufung neuer Projekte fällt in eine Phase, in der Hochtief auch strukturell an seiner australischen Sparte arbeitet. Anfang Juli schloss die CIMIC Group den Erwerb der verbleibenden 50 Prozent an der Thiess Group von Elliott Advisors (UK) Ltd ab. Der Kaufpreis betrug 1,18 Milliarden australische Dollar. Thiess gehört damit wieder vollständig zu CIMIC.
Auch das europäische Geschäft steuerte zuletzt Aufträge bei: Anfang Juli erhielt Hochtief von NTT Global Data Centers den Zuschlag für ein 36-Megawatt-Rechenzentrum in Berlin, das Auftragsvolumen bewegt sich laut dpa im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich. In Sydney erreichten die CIMIC-Töchter UGL und Pacific Partnerships zudem den Financial Close für die Erweiterung des Metro-City-&-Southwest-PPP-Projekts.
Zum Ende des vergangenen Monats war Hochtief zudem offiziell in den DAX aufgenommen worden. Der Sprung in den deutschen Leitindex fällt damit in dieselbe Phase wie die Ausweitung des internationalen Auftragsbuchs, insbesondere im Rechenzentrums- und Infrastrukturbereich.
Jefferies erhöht Kursziel
Vor diesem Hintergrund hatte der Jefferies-Analyst Graham Hunt am 15. Juli sein Kursziel für Hochtief von 494 auf 508 Euro angehoben, die Einstufung beließ er bei „Hold“.
Kurs unter dem 50-Tage-Schnitt
An der Börse zeigt sich das Bild derzeit uneinheitlich. Die Aktie notiert aktuell bei 454,00 Euro und gibt am Berichtstag 1,30 Prozent nach. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von 35,68 Prozent zu Buche. Zum 50-Tage-Durchschnitt liegt der Kurs derzeit 6,98 Prozent im Minus, was auf eine gewisse Konsolidierung nach der starken Rally der vergangenen Monate hindeutet.
Anleger richten den Blick nun auf den 27. Juli, wenn Hochtief seinen Bericht zum zweiten Quartal und zum ersten Halbjahr 2026 vorlegt. Angesichts der dichten Projektpipeline im Rechenzentrums- und Infrastrukturgeschäft dürfte dabei besonders die Entwicklung des Auftragsbestands im Fokus stehen.
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