Hochtief Aktie: Leighton Asia gewinnt Rechenzentrum-Auftrag in Thailand

Auftrag für neues Rechenzentrum in Thailand unterstreicht die Expansion des Baukonzerns im asiatischen Markt für digitale Infrastruktur.

Dr. Robert Sasse ·
Hochtief Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Neuer Rechenzentrumsauftrag in Thailand
  • Aktie gibt trotz guter Auftragslage nach
  • Dividende um 26 Prozent gestiegen
  • Halbjahreszahlen am Montag erwartet

Hochtief baut sein Geschäft mit digitaler Infrastruktur in Asien weiter aus. Die australische CIMIC-Tochter Leighton Asia hat den Zuschlag für den Bau eines neuen Rechenzentrums in Thailand erhalten, wie das Unternehmen am 17. Juli mitteilte. Der Auftrag unterstreicht die Expansion des Konzerns in einem Markt, der von wachsendem Bedarf an digitaler Infrastruktur geprägt ist. Für Hochtief reiht sich der Zuschlag in eine Serie von Großprojekten im Rechenzentrumssegment ein, die den Essener Baukonzern zuletzt immer wieder in die Schlagzeilen brachte.

Kursrücksetzer trotz voller Auftragsbücher

An der Börse hat die Aktie zuletzt an Schwung verloren. Zum Wochenschluss notierte das Papier bei 449,00 Euro. Auf Sicht von 30 Tagen steht ein Rückgang von 11,18 Prozent zu Buche, und zum 52-Wochen-Hoch von 554,50 Euro fehlen inzwischen 19,03 Prozent. Der Rücksetzer relativiert sich allerdings im längeren Vergleich: Auf Jahressicht bewegt sich die Aktie weiterhin deutlich im Plus. Die jüngste Konsolidierung dürfte auch mit der allgemeinen Zurückhaltung vor dem anstehenden Zahlenwerk zusammenhängen.

Für die kurzfristige Schwäche gibt es keinen erkennbaren negativen Auslöser aus dem operativen Geschäft – im Gegenteil: Die Nachrichtenlage der vergangenen Wochen war überwiegend von neuen Aufträgen und einer gestiegenen Dividende geprägt.

Großauftrag in Berlin und höhere Dividende

Erst Anfang Juli hatten Hochtief und die US-Tochter Turner einen Auftrag von NTT Global Data Centers erhalten: Gebaut werden ein Rechenzentrum mit 36 Megawatt Leistung sowie ein Bürogebäude in Berlin, die Fertigstellung ist für 2029 vorgesehen. Der Auftrag zeigt, dass Hochtief das Wachstumsfeld Rechenzentren nicht nur in Asien, sondern auch in Europa konsequent bespielt.

Parallel dazu zahlte der Konzern am 7. Juli die Dividende für das Geschäftsjahr 2025 aus – 6,60 Euro je Aktie und damit 26 Prozent mehr als im Vorjahr. Für Anleger ist das ein deutliches Signal, dass die Auftragsdynamik der vergangenen Quartale auch auf der Ausschüttungsseite ankommt.

Portfolio-Bereinigung bei CIMIC

Auf Konzernebene hat auch die australische Tochter CIMIC ihr Portfolio geordnet. Anfang Juli schloss CIMIC die Übernahme der verbleibenden Anteile an der Thiess Group von Elliott Advisors (UK) Ltd für 1,18 Milliarden australische Dollar ab. Thiess gehört damit wieder zu 100 Prozent zu CIMIC. Die Transaktion beendet eine länger laufende Beteiligungsstruktur und vereinfacht die Eigentumsverhältnisse im Bergbaudienstleistungsgeschäft der Tochtergesellschaft.

Jefferies sah im Juli höheres Kursziel

Am 15. Juli hob Jefferies-Analyst Graham Hunt sein Kursziel für Hochtief von 494 auf 508 Euro an und bestätigte die Einstufung „Hold“. Als Begründung nannte er die starke Marktpositionierung des Konzerns bei Hyperscale-Rechenzentren – jenem Segment, das mit den Aufträgen aus Berlin und Thailand zuletzt weiter an Gewicht gewonnen hat.

Halbjahresbericht am Montag im Fokus

Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht nun der Blick nach vorn: Hochtief veröffentlicht morgen, am 27. Juli, den Halbjahresbericht für den Zeitraum Januar bis Juni 2026, begleitet von einer Telefonkonferenz für Analysten und Investoren. Angesichts der jüngsten Auftragswelle und der gestiegenen Dividende dürfte das Zahlenwerk zeigen, wie belastbar die Wachstumsstory im Rechenzentrumsgeschäft tatsächlich ist – und ob sie den jüngsten Kursrücksetzer rechtfertigt oder nicht.

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Hochtief Aktie

444,80 EUR

– 3,20 EUR -0,71 %
KGV 38,19
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite 1,46 %
Marktkapitalisierung 33,94 Mrd. EUR
ISIN: DE0006070006 WKN: 607000

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