Hochtief Aktie: Turner baut 15-Milliarden-Rechenzentrum für OpenAI

Der Baukonzern profitiert von Milliardenaufträgen für KI-Infrastruktur und dem Einstieg in den Markt für kleine Kernreaktoren.

Andreas Sommer ·
Hochtief Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Rekordauftragsbestand bei US-Tochter Turner
  • Fokus auf KI-Rechenzentren und Kernenergie
  • Gewinnziel von einer Milliarde Euro
  • Aktie technisch überkauft nahe Allzeithoch

Ein Plus von knapp 168 Prozent auf Jahressicht spricht eine klare Sprache. Der Essener Baukonzern Hochtief hat sich an der Börse neu erfunden. Statt klassischer Infrastruktur treiben nun zwei globale Megatrends das Geschäft: riesige Rechenzentren für Künstliche Intelligenz und kleine Kernreaktoren. Im Mai legt der Vorstand die Zahlen für das erste Quartal vor.

Milliarden-Aufträge für KI-Infrastruktur

Den größten Schub liefert aktuell die US-Tochter Turner Construction. Im vergangenen Jahr steigerte sie den Umsatz um 40 Prozent auf 29,2 Milliarden US-Dollar. Der Auftragsbestand kletterte auf einen Rekordwert von über 44 Milliarden Dollar.

Rund 37 Prozent dieser Aufträge entfallen auf Rechenzentren. Die Nachfrage nach KI-Infrastruktur explodiert. Das zeigt sich an konkreten Großaufträgen. Turner baut federführend an einem Rechenzentrum für OpenAIs Stargate-Programm in Wisconsin. Das Projektvolumen liegt bei 15 Milliarden Dollar.

Ein weiteres Großprojekt entsteht für den KI-Spezialisten CoreWeave in Pennsylvania. Hier geht es um mehr als sechs Milliarden Dollar. Die Einnahmen aus diesem Segment haben sich bei Turner zuletzt fast verdoppelt.

Neue Nische mit kleinen Reaktoren

Parallel zum KI-Boom positioniert sich Hochtief im Kernenergie-Sektor. Das Unternehmen unterstützt den Partner Amentum beim Bau von sogenannten Small Modular Reactors. Die Technik für diese kompakten Anlagen stammt von Rolls-Royce. Zunächst fokussiert sich die Zusammenarbeit auf Projekte in Großbritannien und der Europäischen Union.

Der Markt wächst rasant. Auf der jüngsten Klimakonferenz haben sich zahlreiche Länder verpflichtet, ihre Kernkraftkapazitäten massiv auszubauen. Hochtief bringt hier jahrzehntelange Erfahrung ein und übernimmt das Baumanagement für die neuen Anlagen.

Aktie technisch heiß gelaufen

Das operative Fundament für diese Expansion stimmt. Im vergangenen Jahr stieg der bereinigte Nettogewinn auf rund 789 Millionen Euro. Für das laufende Jahr peilt der Vorstand einen Gewinn von etwa einer Milliarde Euro an. Aktionäre sollen zudem eine höhere Dividende von 6,60 Euro erhalten.

An der Börse wird dieser Optimismus bereits aggressiv eingepreist. Die Aktie schloss am Freitag bei 459,80 Euro und notiert damit nur knapp unter ihrem Allzeithoch. Seit Jahresbeginn steht ein Kursplus von fast 36 Prozent auf der Anzeigetafel.

Die Folge: Das Papier ist technisch überkauft. Der RSI-Indikator liegt bei knapp 75. Der Abstand zur 200-Tage-Linie beträgt stolze 44 Prozent.

Im Mai veröffentlicht Hochtief die Quartalszahlen. Fällt das Wachstum bei den US-Rechenzentren schwächer aus als erwartet, droht angesichts der hohen Bewertung ein schneller Rücksetzer. Liefert Turner hingegen weiter Rekordzahlen, rückt das Allzeithoch bei 467 Euro in direkte Schlagdistanz.

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Hochtief Aktie

446,20 EUR

+ 1,40 EUR +0,31 %
KGV 37,58
KUV 0,85
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite 1,46 %
Marktkapitalisierung 33,42 Mrd. EUR
Ø Kursziel 475,60 EUR
ISIN: DE0006070006 WKN: 607000

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