Honeywell Aktie: Dangote wählt Raffineriepartner
JPMorgan und TD Cowen senken ihre Zielmarken; ein Raffinerieauftrag, operative Fortschritte und eine eingereichte Sammelklage prägen die Nachrichtenlage.

Kurz zusammengefasst
- JPMorgan senkt Ziel auf 240 Dollar
- TD Cowen setzt Ziel auf 170 Dollar
- Raffinerieprojekt mit rund 300 Millionen Dollar Umfang erwartet
- Sammelklage gegen Aerospace-Unternehmen eingereicht
JPMorgan und TD Cowen haben am Freitag ihre Kursziele für Honeywell Technologies beziehungsweise Honeywell Aerospace gesenkt. Beide Häuser ließen ihre Einstufungen unverändert. Damit fallen die Erwartungen an das Kurspotenzial vorsichtiger aus, ohne dass die Analysten ihre grundsätzliche Bewertung geändert haben. Neue operative Projekte stehen zugleich neben rechtlichen Risiken bei Honeywell Aerospace.
Analysten reduzieren ihre Zielmarken
JPMorgan senkte das Kursziel für Honeywell Technologies am Freitag von 255 $ auf 240 $. Die Einstufung blieb bei „Overweight“. Die niedrigere Zielmarke signalisiert eine zurückhaltendere Bewertung, während das positive Anlageurteil bestehen bleibt.
Für Anleger ist diese Unterscheidung wichtig: Eine Kurszielsenkung ist nicht automatisch eine Herabstufung der Empfehlung. Zudem beziehen sich die beiden Analystenaktionen auf unterschiedlich bezeichnete Unternehmensteile. Sie sollten deshalb nicht als einheitliches Urteil über denselben Bewertungsgegenstand gelesen werden.
TD Cowen reduzierte am Freitag das Kursziel für Honeywell Aerospace von 180 $ auf 170 $. Das Haus bestätigte seine Halteempfehlung. Auch hier änderte sich somit die Zielmarke, nicht aber die Empfehlung.
Raffinerieprojekt eröffnet Geschäftsperspektive
Den vorsichtigeren Analystenbewertungen stehen neue operative Vorhaben gegenüber. Dangote Petroleum Refinery and Petrochemicals FZE wählte Honeywell für die geplante Raffinerie in Kenia aus, wie am Donnerstag berichtet wurde. Der Auftrag umfasst Prozesstechnologie sowie Lizenzierung und Ingenieurleistungen. Hinzu kommen Katalysatoren, Ausrüstung und digitale Lösungen.
Die geplante Anlage soll eine Kapazität von 700.000 Barrel pro Tag haben. Für Honeywells Projektumfang werden ungefähr 300 Millionen $ erwartet. Dieser Betrag beschreibt den erwarteten Umfang des Projekts, nicht bereits gemeldeten Umsatz.
Das Vorhaben bietet damit eine konkrete Geschäftsperspektive für Honeywell Technologies. Es ist jedoch von den Analystenaktionen zu trennen: Aus der Auswahl für das Raffinerieprojekt lässt sich keine Begründung für die Kurszieländerungen ableiten.
Aerospace zwischen Fortschritten und Rechtsrisiko
Bei Honeywell Aerospace gab es am Donnerstag ebenfalls operative Nachrichten. Gemeinsam mit Aeronamic nahm das Unternehmen am Woensdrecht Air Support Command in den Niederlanden eine modulare Testzelle in Betrieb. Sie prüft Turbomaschinen des Energie- und Wärmemanagementsystems der F-35 und unterstützt regionale Reparaturmöglichkeiten.
Gegenüber Business Standard erklärte Honeywell Aerospace zudem, bis Ende 2026 voraussichtlich acht der 16 von Hindustan Aeronautics Limited bestellten TPE331-12B-Triebwerke auszuliefern. Die gesamte Bestellung für HTT-40-Trainingsflugzeuge dürfte vor dem ursprünglichen Termin Mitte 2029 abgeschlossen werden.
Dem stehen rechtliche Risiken gegenüber. Am Donnerstag wurde über eine eingereichte Wertpapier-Sammelklage gegen Honeywell Aerospace und bestimmte Führungskräfte berichtet. Die behaupteten Verstöße gegen Wertpapiergesetze sind keine festgestellten Tatsachen.
Der nächste angekündigte Finanztermin für Honeywell Technologies ist der 22. Oktober. Vor Börsenöffnung sollen die Ergebnisse des dritten Geschäftsquartals 2026 erscheinen. Neue Projekte und operative Fortschritte bilden damit den Hintergrund für die kommenden Zahlen; die jüngsten Analystenaktionen setzen zunächst vorsichtigere Bewertungsmaßstäbe.
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