HPE: Elliott-Partner Hsu rückt in den Board

Hewlett Packard Enterprise verzeichnet Rekordzahlen und beruft Elliott-Partner in den Aufsichtsrat. Analysten heben Kursziele massiv an.

Dr. Robert Sasse ·
Hewlett Packard Enterprise Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Elliott-Partner in HPE-Verwaltungsrat berufen
  • Analysten erhöhen Kursziele drastisch
  • Umsatz- und Gewinnprognose deutlich angehoben
  • Lieferkettenprobleme bleiben Risikofaktor

Der Computerschmiede Hewlett Packard Enterprise (HPE) ist ein Coup gelungen: Nach einem Rekordquartal mit den besten Ergebnissen seit Jahren setzt der aktivistische Investor Elliott nun einen eigenen Mann in den Aufsichtsrat. Die Märkte reagieren euphorisch – doch die Frage ist, ob die übergroße Rallye auch fundamentale Substanz hat.

Die Aktie hat sich seit Januar mehr als verdoppelt und notiert nahe ihrem 52-Wochen-Hoch von 55,20 Euro. Der RSI von 89 signalisiert eine massive Überhitzung, der Kurs ist in den vergangenen sieben Tagen um weitere 45 Prozent nach oben geschossen.

Elliott zieht in den Board ein

Bereits am 1. Juni wurde Christopher Hsu – Partner bei Elliott Investment Management – in den HPE-Verwaltungsrat berufen. Der Schritt war seit einem Kooperationsabkommen im Juli 2025 erwartet worden, doch jetzt wird er konkret. Hsu sitzt in den Ausschüssen für Strategie sowie Finanzen und Investment. Er kennt das Unternehmen aus eigener Erfahrung: Früher führte er bei HPE und Hewlett-Packard Geschäfte, später stand er als CEO von Micro Focus an der Spitze.

Die Präsenz von Elliott im Board öffnet die Tür für beschleunigte Übernahmen, Verkäufe oder eine schärfere Kapitalallokation – insbesondere rund um die KI-Infrastruktur und Hybrid Cloud.

Analysten stemmen Kursziele nach oben

Parallel zu den Quartalszahlen vom 1. Juni senkte eine Welle von Analystenhäusern die Rating-Pistolen. Goldman Sachs hob das Kursziel von 32 auf 79 Dollar, Bank of America sprang von 38 auf 80 Dollar, Argus Research von 30 auf 70 Dollar. Morgan Stanley blieb zwar bei „Equal Weight“, zog das Ziel aber von 33 auf 71 Dollar an.

Der Auslöser: ein EPS-Überraschung, die kräftiger ausfiel als jeder andere Quartalsbeat seit Februar 2018. Der Umsatz stieg um 40 Prozent, wobei die Cloud- und KI-Sparte mit 7,71 Milliarden Dollar die Schätzungen um fast eine Milliarde übertraf. Der Servererlös von 5,45 Milliarden Dollar lag ebenfalls weit über den Erwartungen.

HPE hob den Jahresausblick drastisch an: Der Gewinn je Aktie für das Geschäftsjahr 2026 soll nun bei 3,35 bis 3,45 Dollar liegen, zuvor waren 2,30 bis 2,50 Dollar angepeilt. Das Umsatzwachstum erwartet der Konzern jetzt bei 29 bis 33 Prozent – nach zuvor 17 bis 22 Prozent.

Bilanz aufgeräumt, Rückkauf in Sicht

HPE nutzte den Verkauf der H3C-Beteiligung für rund 1,4 Milliarden Dollar, um Schulden zu tilgen und die jährlichen Nettozinskosten um 75 Millionen Dollar zu senken. Das Unternehmen will sein Ziel einer Nettoverschuldung von zweifachem EBITDA bereits Ende 2026 erreichen – ein Jahr früher als geplant. Für 2027 stellt das Management eine Ausschüttung von mindestens 75 Prozent des Free Cashflows in Aussicht. Eine Dividende von 0,1425 Dollar je Aktie wurde ebenfalls beschlossen.

Lieferketten bleiben der Bremsklotz

Trotz der Rekordzahlen warnte das Management vor strukturellen Engpässen. Der Auftragsbestand habe sich mehr als verdoppelt, doch die Umwandlung in Umsatz hinke hinterher – wegen Lieferkettenproblemen bei Netzwerk- und KI-Systemen. CEO Antonio Neri rechnet mit weiterhin hohen Kosten bis mindestens 2027. Der globale Speichermangel bleibe ein Risiko.

Die Aktie hat innerhalb eines Jahres mehr als 200 Prozent zugelegt. Mit Elliott im Board und den Analysten, die hinterherrennen, steht HPE nun unter einem vollkommen neuen Erwartungsdruck. Ob sich die Euphorie in nachhaltiges Wachstum übersetzen lässt, müssen die nächsten Quartale zeigen.

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Sektor Technologie
Div.-Rendite 1,24 %
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