Hydrogenpro Aktie: Liquidität auf 56 Millionen Kronen gesunken
Hydrogenpro verkleinert operative Verluste, doch die Kassenbestände sinken. Eine strategische Prüfung zur Finanzierungssicherung läuft.

Kurz zusammengefasst
- Kassenbestand auf 56 Millionen Kronen gesunken
- Alle 40 Elektrolyseure im Utah-Projekt aktiv
- OEM-Partnerschaft mit LONGi vereinbart
- Strategische Prüfung zur Liquiditätssicherung gestartet
Hydrogenpro kommt operativ voran, aber die Bilanz bleibt angespannt. Die Elektrolyseure im US-Projekt ACES laufen, eine neue Fertigungspartnerschaft soll Kosten und Kapazitäten verbessern. Auf der Finanzseite zeigt sich dagegen ein klarer Druckpunkt: Die Liquidität schrumpft deutlich.
Verlust verringert, Kasse dünner
Im ersten Quartal 2026 erzielte Hydrogenpro einen Umsatz von 16 Millionen norwegischen Kronen, nach 17 Millionen Kronen im Vorquartal. Das ist kein Einbruch, aber auch kein Wachstumssignal.
Wichtiger ist die Ergebnisentwicklung. Das EBITDA verbesserte sich auf minus 32 Millionen Kronen, nach minus 49 Millionen Kronen zuvor. Der operative Verlust fällt damit kleiner aus.
Unter dem Strich blieb ein Fehlbetrag von 41 Millionen Kronen, nach 44 Millionen Kronen im Vorquartal. Der Auftragsbestand sank auf 252 Millionen Kronen. Das zeigt: Die Projektbasis ist vorhanden, sie baut sich aber nicht automatisch aus.
Der kritischere Punkt ist die Liquidität. Zum Quartalsende lag der Kassenbestand bei 56 Millionen Kronen, nach 102 Millionen Kronen Ende 2025. Damit rückt die Finanzierung der nächsten Wachstumsphase stärker in den Vordergrund.
Utah-Projekt liefert Referenz
Operativ kann Hydrogenpro einen wichtigen Meilenstein vorweisen. Alle 40 Elektrolyseure für das ACES-Projekt in Utah sind vollständig in Betrieb. Das Projekt zählt zu den großen druckalkalischen Anwendungen weltweit und wird durch einen Servicevertrag über zehn Jahre begleitet.
Für ein Unternehmen dieser Größe ist eine funktionierende Großreferenz zentral. Sie hilft bei Verhandlungen mit Kunden, die industrielle Skalierung nicht nur auf dem Papier sehen wollen. Genau dieser Nachweis kann in der Projektpipeline wichtig werden.
Parallel dazu hat Hydrogenpro eine strategische OEM-Partnerschaft mit LONGi vereinbart. Die Kooperation verschafft Zugang zu Fertigungskapazitäten von 1 Gigawatt für Elektrolyseur-Komponenten und Gasabscheideeinheiten. Im gleichen Schritt soll das Werk in Tianjin stillgelegt werden.
Strategische Prüfung läuft
Technologisch meldet Hydrogenpro Fortschritte bei Stack-Design und Elektroden. Der Energieverbrauch liegt nun bei 4,4 kWh je Normkubikmeter. Geringeres Gewicht, niedrigere Nebenströme und höhere Haltbarkeit sollen die Wettbewerbsfähigkeit der Systeme verbessern.
In der Pipeline erwartet das Unternehmen Projekte von rund 1 Milliarde Kronen, die 2026 und 2027 finale Investitionsentscheidungen erreichen könnten. Gespräche laufen in Europa, Indien und der MENA-Region. Das dürfte spannend werden, weil genau diese Projekte entscheiden, ob aus Referenzen belastbare Umsätze werden.
Der Verwaltungsrat hat eine strategische Prüfung gestartet. Dabei geht es um Optionen zur Stärkung der Liquidität, um Wachstum und um die weitere kommerzielle Entwicklung. Clarksons Securities begleitet den Prozess als Finanzberater; im Juni 2026 folgt die digital geplante Hauptversammlung.
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