IBM: 31 Jahre Dividendensteigerung in Folge

Starke Quartalszahlen und Dividendenanstieg können Kursverlust nicht verhindern. Fehlende KI-Kennzahl verunsichert Anleger.

Felix Baarz ·
IBM Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Umsatz und Gewinn übertreffen Erwartungen
  • Mainframe-Generation z17 treibt Infrastruktur
  • Fehlende KI-Kennzahl verunsichert Investoren
  • Dividende steigt auf 1,69 Dollar je Aktie

Starke Zahlen, 31. Dividendenerhöhung in Folge — und trotzdem ein Kurssturz von über zehn Prozent. IBM lieferte zum Auftakt des Jahres 2026 ein solides Quartal. Was Anleger nervös machte, war nicht das, was im Bericht stand, sondern was fehlte.

Zahlen besser als erwartet

IBM erzielte im ersten Quartal einen Umsatz von 15,92 Milliarden Dollar. Das übertraf die Konsenserwartung von 15,61 Milliarden Dollar deutlich. Der Gewinn je Aktie lag bei 1,91 Dollar — Analysten hatten 1,81 Dollar erwartet.

Das Infrastrukturgeschäft war der stärkste Treiber. Der Umsatz dort stieg um 15 Prozent auf 3,33 Milliarden Dollar. Hauptgrund: Die neue Mainframe-Generation z17 verkaufte sich besser als frühere Produktzyklen. Das Softwaregeschäft wuchs um elf Prozent auf 7,05 Milliarden Dollar. Einzig das Beratungsgeschäft blieb mit vier Prozent Wachstum hinter den Erwartungen zurück.

Der freie Cashflow erreichte 2,2 Milliarden Dollar — das höchste Niveau in einem ersten Quartal seit zehn Jahren.

Die fehlende KI-Zahl

Drei Quartale lang hatte IBM regelmäßig seinen „Generative AI Book of Business“ kommuniziert. Zuletzt hatte diese Kennzahl über 12,5 Milliarden Dollar erreicht. Im Q1-Bericht fehlte sie vollständig. Kein Wunder, dass Anleger das als Signal werteten.

Bank of America merkte an, dass der EPS-Anstieg vor allem auf Kostensenkungen im Verwaltungsbereich und günstige Einmaleffekte zurückging — nicht auf organisches Wachstum. Das trübt das Bild.

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Guidance bleibt unverändert — absichtlich

CFO Jim Kavanaugh erklärte auf der Analystenkonferenz, IBM habe noch nie im ersten Quartal die Jahresprognose angehoben. Das Unternehmen wolle ein „umsichtiger Operator“ bleiben. CEO Arvind Krishna verwies auf geopolitische Unsicherheiten und makroökonomische Risiken als Gründe für die Zurückhaltung.

Die Softwaresparte erhielt immerhin eine leichte Aufwärtskorrektur: IBM erwartet nun mehr als zehn Prozent Wachstum in konstanten Währungen.

Die Bilanz zeigt indes den Preis der Confluent-Akquisition. IBM schloss das Quartal mit 11,8 Milliarden Dollar an liquiden Mitteln — rund 2,6 Milliarden weniger als zum Jahresende 2025. Die Gesamtverschuldung stieg auf 66,4 Milliarden Dollar.

Breiter Sektordruck

IBM war nicht allein. ServiceNow verlor nach seinen Quartalszahlen fast 18 Prozent. Salesforce, Workday und Oracle gaben ebenfalls nach. Der Markt reagiert zunehmend nervös auf die Frage, ob klassische Softwareanbieter im KI-Zeitalter ihre Marktposition halten können.

Die IBM-Aktie notiert aktuell rund 27 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch und hat seit Jahresbeginn mehr als 20 Prozent verloren. Das Board erhöhte die Quartalsdividende dennoch auf 1,69 Dollar je Aktie — zahlbar am 10. Juni 2026 an Aktionäre, die am 8. Mai im Register stehen. Für Einkommensinvestoren bleibt IBM damit verlässlich. Ob der z17-Zyklus und das Softwarewachstum reichen, um das KI-Narrativ neu zu beleben, entscheidet sich spätestens mit den Q2-Zahlen im Sommer.

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IBM Aktie

190,72 EUR

– 3,70 EUR -1,90 %
KGV 20,33
Sektor Technologie
Div.-Rendite 2,93 %
Marktkapitalisierung 215,95 Mrd. EUR
ISIN: US4592001014 WKN: 851399

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