IBM Aktie: Analysten treiben Fantasie

Bank of America hebt Kursziel für IBM an und erwartet starken Free Cashflow. Die geplante Confluent-Übernahme rückt näher, während Personalmaßnahmen kurzfristig die Margen belasten.

Kurz zusammengefasst:
  • Kursziel von Bank of America auf 335 Dollar angehoben
  • Starker Free Cashflow als zentraler Bewertungstreiber
  • Übernahme von Confluent nimmt kartellrechtliche Hürde
  • Personalmaßnahmen drücken kurzfristig die Profitabilität

IBM geht mit ordentlich Rückenwind in die Q4-Zahlen. Die Aktie hat sich in den vergangenen Wochen klar nach oben gearbeitet, während Analysten ihre Erwartungen Schritt für Schritt anheben. Im Zentrum stehen höhere Free-Cashflow-Prognosen, der geplante Confluent-Zukauf und neue Softwareangebote rund um KI und Datensouveränität.

Analysten heben Kursziele an

Die Stimmung an der Wall Street hat sich spürbar aufgehellt. Besonders deutlich wird das bei Bank of America: Analyst Wamsi Mohan hat sein Kursziel von 315 auf 335 US‑Dollar angehoben und bleibt bei seiner Kaufempfehlung.

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Die Bewertung stützt er auf ein geschätztes Verhältnis von Unternehmenswert zu Free Cashflow (EV/FCF) von 23 für das Jahr 2027. Das liegt oberhalb der historischen Spanne von 8 bis 22 (Median 13) für IBM. Die höhere Bewertung soll vor allem den aus Sicht des Analysten verbesserten Wachstumsaussichten und der Dynamik im Free Cashflow Rechnung tragen, die zu großen Teilen auf Red Hat zurückgeführt wird.

Wichtige Eckpunkte der Bank-of-America-Prognosen:

  • Free Cashflow 2025: rund 14,0 Mrd. US‑Dollar
  • Erwartete FCF-Guidance 2026: etwa 15 Mrd. US‑Dollar
  • Verhältnis Nettoergebnis zu Free Cashflow: 130 %
  • Umsatzschätzung 2025 leicht erhöht von 66,9 auf 67,1 Mrd. US‑Dollar

Die jüngste Kursentwicklung unterstützt dieses optimistischere Bild: Am Freitag schloss die Aktie bei 305,67 US‑Dollar, was einem Plus von 2,59 % auf Tagesbasis entspricht. Auf Sicht von zwölf Monaten liegt das Plus bei gut 41 %, der Kurs notiert nur gut 2 % unter dem jüngsten 52‑Wochen-Hoch.

Margendruck durch Personalmaßnahmen

Kurzfristig rechnen Analysten allerdings mit Gegenwind bei den Margen. Hintergrund sind sogenannte „Workforce Rebalancing“-Programme, also Personalmaßnahmen, die IBM im laufenden vierten Quartal umsetzt.

Bank of America kalkuliert für Q4 mit einem Aufwand von rund 400 Mio. US‑Dollar. In der Folge dürfte die Pre-Tax-Income-Marge im Gesamtjahr 2025 zwar steigen, aber weniger stark als vom Unternehmen ursprünglich in Aussicht gestellt. Statt mehr als 100 Basispunkten Plus erwartet die Bank nun einen Zuwachs von etwa 70 Basispunkten gegenüber dem Vorjahr.

Damit zeichnet sich ein Bild ab: Kurzfristig belasten Umbaukosten das Ergebnis, mittelfristig sollen die Maßnahmen die Profitabilität stützen.

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Confluent-Übernahme nimmt Hürde

Strategisch setzt IBM weiter auf Zukäufe rund um Daten- und KI-Plattformen. Besonders im Fokus steht die geplante Übernahme von Confluent für rund 11 Mrd. US‑Dollar. Die US-Wettbewerbsbehörden haben eine wichtige kartellrechtliche Hürde inzwischen freigegeben, das Ausführungsrisiko der Transaktion sinkt damit spürbar.

Confluent ist auf Data-Streaming-Lösungen spezialisiert. Die Übernahme soll IBMs Position in den Bereichen Enterprise-KI und Echtzeit-Datenverarbeitung stärken. Ziel ist der Aufbau einer „Smart Data Platform“ für generative KI-Anwendungen in Unternehmen – also eine Infrastruktur, auf der KI-Workloads in großem Maßstab sicher und performant laufen können.

Starke Basis aus dem Vorquartal

Fundamental kann IBM auf solide Vorlagen aus dem letzten Quartal verweisen. Der Gewinn je Aktie lag mit 2,65 US‑Dollar über den Markterwartungen von 2,45 US‑Dollar. Der Umsatz erreichte 16,33 Mrd. US‑Dollar, ein Plus von 9,1 % im Jahresvergleich.

Auch der Blick auf den Chart unterstreicht den aktuellen Aufwärtstrend: Auf 30‑Tage-Sicht steht ein Anstieg von gut 18 %, seit Jahresbeginn 2026 beträgt das Plus knapp 5 %. Der Kurs notiert rund 10 % über dem 50‑Tage-Durchschnitt und gut 24 % über dem 200‑Tage-Durchschnitt, der RSI von 66,6 signalisiert ein bereits fortgeschrittenes, aber noch nicht extremes Momentum.

Neue Software für Datensouveränität

Parallel treibt IBM seine Softwarestrategie voran. Am 15. Januar hat das Unternehmen „IBM Sovereign Core“ vorgestellt – eine KI-bereite, souveränitätsfähige Softwareplattform für Unternehmen, Behörden und Service Provider.

Adressiert werden wachsende Anforderungen an digitale Souveränität: Viele Organisationen wollen KI-Workloads in selbst verwalteten Umgebungen betreiben und gleichzeitig volle operative Kontrolle behalten. Sovereign Core soll genau hier ansetzen und eine Plattform bieten, die speziell auf regulierte und sicherheitskritische Einsatzszenarien ausgelegt ist.

Q4-Zahlen als nächster Prüfstein

Am 28. Januar legt IBM die Zahlen für das vierte Quartal 2025 vor – inklusive Ausblick auf 2026. Analysten erwarten Hinweise auf eine stabilere Nachfrage im Unternehmenskundengeschäft. Bei Goldman Sachs rechnet man damit, dass sich die Perspektive für 2026 angesichts der beschriebenen Wachstumstreiber und der starken Kurs- und Ergebnisentwicklung aufhellen könnte.

Entscheidend wird sein, ob IBM die hohen Erwartungen an Free Cashflow, Margenverbesserung und KI-getriebene Wachstumsinitiativen in einer konsistenten Prognose zusammenführt und damit die jüngliche Kursrally fundamental untermauert.

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