IBM Aktie: Infrastruktur dreht ins Plus
Höhere Quartalsergebnisse und ein angehobenes Cashflow-Ziel treffen auf ein bestätigtes Umsatzziel für 2026.

Kurz zusammengefasst
- Umsatz und bereinigter Gewinn über Prognosen
- Großrechnergeschäft wächst um zehn Prozent
- Freier Cashflow steigt auf rund drei Milliarden Dollar
- IBM erhöht Cashflow-Ziel für 2026
Lange galt das Hardwaregeschäft als Bremsklotz, jetzt liefert es: IBM hat im dritten Quartal Umsatz und Gewinn über den Erwartungen abgeliefert. Besonders die Großrechner kehren auf Wachstumskurs zurück. Im nachbörslichen Handel legte die Aktie in einer ersten Reaktion um fast vier Prozent zu.
Zahlen über den Erwartungen
Der Umsatz stieg um knapp fünf Prozent auf 17,1 Milliarden Dollar. Währungsbereinigt wuchs der Konzern um sechs Prozent. Der bereinigte Gewinn lag bei 2,95 Dollar je Aktie, Analysten hatten mit rund 2,85 Dollar gerechnet. Unter dem Strich verdiente IBM 2,19 Milliarden Dollar, ein Plus von gut einem Viertel.
Die Software legte währungsbereinigt um neun Prozent zu, getragen von Red Hat mit elf Prozent. Das Datengeschäft wuchs um 20 Prozent. Das Beratungsgeschäft blieb mit zwei Prozent Wachstum der schwächste Bereich.
Mainframe als Wendepunkt
Die eigentliche Überraschung kam aus der Infrastruktur. Das Segment wuchs währungsbereinigt um fünf Prozent und kehrte damit zum Wachstum zurück. Das Transaktionsgeschäft mit den Großrechnern legte um zehn Prozent zu, nachdem es im Vorquartal noch einen hohen einstelligen Rückgang gegeben hatte. Die verteilte Infrastruktur sprang um 32 Prozent nach oben, getrieben von Power-Systemen und Speichern.
Das ist mehr als eine Randnotiz. Verzögerte Abschlüsse aus dem zweiten Quartal hatten die Skepsis einiger Analysten genährt, etwa bei UBS, die zuletzt nur ein Neutral-Votum vergab. Die Zahlen nehmen diesem Argument zumindest etwas Wind aus den Segeln.
Prognose angehoben, Umsatzziel bestätigt
Der freie Cashflow erreichte rund drei Milliarden Dollar, etwa 700 Millionen mehr als im Vorjahr. Für 2026 hebt IBM das Cashflow-Ziel an: Es soll um mehr als eine Milliarde Dollar steigen, bisher waren es rund eine Milliarde. Das Umsatzziel von vier bis fünf Prozent währungsbereinigtem Wachstum bleibt unverändert. Es impliziert für das Schlussquartal etwa 20,4 Milliarden Dollar und liegt damit im Rahmen der Konsensschätzung von 20,5 Milliarden.
Evercore ISI bestätigte nach den Zahlen das Votum „Outperform“ und das Kursziel von 250 Dollar. Die Bewertung der Aktie mit einem KGV von knapp 22 hält das Haus offenbar weiter für vertretbar. Den nächsten Praxistest liefert das vierte Quartal: Dann muss IBM zeigen, dass die Erholung bei den Großrechnern keine Eintagsfliege war und die rund 20,4 Milliarden Dollar Umsatz tatsächlich erreicht werden.
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