IBM Aktie: KI-Dämpfer

Ein neues KI-Tool von Anthropic löste Kursverluste bei IBM aus, da es das Legacy-Geschäft bedroht. Ein Großauftrag und ein Insiderkauf sorgten jedoch für eine Stabilisierung, während Analysten die Reaktion als überzogen bewerten.

Kurz zusammengefasst:
  • KI-Tool Claude Code bedroht IBMs Legacy-Geschäft
  • Großauftrag über 112 Millionen US-Dollar erteilt
  • Insiderkauf signalisiert Vertrauen des Managements
  • Analysten stufen Abverkauf als überzogen ein

IBM hat in dieser Woche schmerzhaft gespürt, wie schnell sich Erwartungen im KI-Markt drehen können. Ein neues Tool des Start-ups Anthropic schürte die Sorge, dass ein lukratives IBM-Geschäft unter Druck geraten könnte. Inzwischen stabilisiert sich die Lage – auch, weil es handfeste Gegenargumente gibt.

Warum Anthropic den Kurs traf

Auslöser der heftigen Reaktion war die Vorstellung von „Claude Code“ durch Anthropic. Das Tool zielt darauf ab, die Modernisierung von COBOL zu automatisieren – einer alten Programmiersprache, die bis heute in vielen Finanzsystemen eine zentrale Rolle spielt.

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Genau diese „Altlasten“ waren für IBM bislang oft ein gutes Geschäft: Die Erneuerung und Pflege von Mainframe- und Legacy-Systemen ist traditionell ein ertragreicher Bereich, vor allem für Consulting und Infrastruktur. Anleger fürchteten, dass KI hier künftig Arbeitsschritte ersetzt und damit die Nachfrage nach klassischen Services schrumpft – und trennten sich entsprechend schnell von der Aktie.

Stabilisierung durch Auftrag und Insiderkauf

Nach dem Ausverkauf setzte jedoch eine Gegenbewegung ein. Ein Faktor: Ein neuer Bundesauftrag in den USA. Die Defense Commissary Agency vergab einen Vertrag über 112 Mio. US-Dollar, der über bis zu fünf Jahre läuft. Ziel ist die Modernisierung elektronischer Preisschild-Systeme (Electronic Shelf Labels).

Zusätzlich sorgte ein Insiderkauf für Rückenwind: Laut SEC-Unterlagen erwarb Director Michael Miebach am 25. Februar 434 Aktien. Solche Käufe sind kein Garant, wirken aber oft wie ein Signal, dass das Management die Lage weniger dramatisch einschätzt als der Markt in der ersten Reaktion.

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Analysten: Reaktion wohl überzogen

Auch mehrere Analystenhäuser ruderten nach dem KI-Schreck zurück. UBS stufte von „Sell“ auf „Neutral“ hoch. Wedbush und Evercore deuteten ebenfalls an, dass der Abverkauf zu stark gewesen sein könnte. Als Stabilitätsanker nannten sie unter anderem die Positionierung im Hybrid-Cloud-Geschäft sowie den starken Cashflow im vierten Quartal.

Morgan Stanley blieb bei „Equal Weight“, hob aber das Kursziel auf 247 US-Dollar an. Parallel versucht IBM, das eigene Profil im Sicherheits- und KI-Umfeld weiter zu schärfen: Am 25. Februar veröffentlichte der Konzern den „2026 X-Force Threat Intelligence Index“, der einen Anstieg KI-beschleunigter Cyberangriffe betont – ein Trend, der die Nachfrage nach Enterprise-Security und watsonx-Lösungen stützen könnte.

Unterm Strich: Der Markt preist gerade neu ein, wie groß das Risiko durch KI-Automatisierung im Legacy-Geschäft wirklich ist – und wie stark IBM das mit Cloud, Cashflow und Sicherheitsangeboten abfedern kann. Nach dem Rückschlag notiert die Aktie zwar heute leicht fester, bleibt aber auf Sicht von 30 Tagen deutlich im Minus.

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