IBM startet in eine entscheidende Phase: Die Übernahme von Confluent nimmt regulatorisch Fahrt auf, mehrere Analysten haben ihre Kursziele angehoben, und in gut einer Woche stehen die Zahlen zum vierten Quartal 2025 an. Nach einem Kursplus von rund 39 % im Jahr 2025 liegt die Aktie trotz der jüngsten Konsolidierung seit Jahresbeginn weiterhin etwa 2,35 % im Plus.
- Geplante Confluent-Übernahme über 11 Milliarden US‑Dollar
- Mehrere Kurszielanhebungen großer Banken im Januar
- Neue KI- und Souveränitätsplattform „IBM Sovereign Core“ vorgestellt
- Q4‑Zahlen und Ausblick 2026 am 28. Januar im Fokus
Confluent-Deal kommt voran
Die Hart-Scott-Rodino-Wartefrist für die geplante Übernahme von Confluent ist am 12. Januar ausgelaufen. Damit ist eine wichtige Hürde der US-Kartellprüfung aus dem Weg geräumt. IBM bietet 31 US‑Dollar je Confluent-Aktie in bar, insgesamt rund 11 Milliarden US‑Dollar.
Als nächster Schritt steht die außerordentliche Hauptversammlung von Confluent am 12. Februar an, bei der die Aktionäre über die Transaktion abstimmen sollen. Der Abschluss der Übernahme wird zur Jahresmitte 2026 erwartet. Die endgültigen Unterlagen zur Abstimmung sind den Confluent-Aktionären bereits am 9. Januar zugegangen.
Strategisch soll der Zukauf die Fähigkeiten von IBM im Bereich Daten-Streaming ausbauen und das bestehende Softwareportfolio rund um Red Hat, watsonx und HashiCorp ergänzen. Analysten rechnen nach Vollzug mit einem positiven Beitrag zu EBITDA und Free Cashflow durch Skaleneffekte und höhere Margen. Für die Softwaresparte von IBM wird ein zusätzlicher, nicht-organischer Umsatzbeitrag von etwa 2 % prognostiziert.
Analysten werden zuversichtlicher
Im Januar haben mehrere große Häuser ihre Einschätzung zu IBM angepasst oder die Kursziele erhöht.
- Jefferies stufte IBM am 5. Januar von „Hold“ auf „Buy“ hoch und erhöhte das Kursziel von 300 auf 360 US‑Dollar. Begründung: bessere Sichtbarkeit beim Softwarewachstum und anhaltende Dynamik bei Red Hat.
- RBC Capital bestätigte am 5. Januar „Outperform“ und erhöhte das Kursziel von 300 auf 350 US‑Dollar.
- Bank of America bekräftigte am 13. Januar „Buy“ und hob das Kursziel von 315 auf 335 US‑Dollar an. Hintergrund ist vor allem eine verbesserte Perspektive für den Free Cashflow.
Auf Basis von MarketBeat-Daten liegt der Konsens derzeit bei „Moderate Buy“ mit einem durchschnittlichen Kursziel von 301,85 US‑Dollar. IBM wird aktuell mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 36,4 gehandelt, die Marktkapitalisierung liegt bei etwa 284,5 Milliarden US‑Dollar.
BofA-Blick auf 2026
Bank-of-America-Analyst Wamsi Mohan erwartet für das Geschäftsjahr 2026 eine Prognose von rund 10 % währungsbereinigtem Wachstum in der Softwaresparte, ein Wachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich im Beratungsgeschäft und eine weitgehend stabile Entwicklung im Infrastruktursegment. Insgesamt ergibt sich daraus ein erwartetes Umsatzwachstum von 5 %, davon 4 % organisch.
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Für das laufende Geschäftsjahr 2025 kalkuliert Bank of America mit einem Free Cashflow von 14,0 Milliarden US‑Dollar und geht für 2026 von einer Zielgröße von etwa 15 Milliarden US‑Dollar aus.
Neue Plattform: IBM Sovereign Core
Am 15. Januar hat IBM „IBM Sovereign Core“ vorgestellt, nach Unternehmensangaben die erste „AI-ready“ Softwareplattform mit Fokus auf digitale Souveränität. Das Angebot richtet sich an Unternehmen, die KI-Workloads in eigenen Zuständigkeiten und innerhalb klar definierter Rechtsräume betreiben wollen.
Die Plattform basiert auf der Open-Source-Basis von Red Hat. Eine Tech-Preview soll ab Februar 2026 verfügbar sein, die allgemeine Verfügbarkeit ist für die Jahresmitte geplant. Für den Start kooperiert IBM mit den europäischen IT-Dienstleistern Cegeka (Belgien, Niederlande) und Computacenter (Deutschland).
Q4 2025 und Ausblick
Die Zahlen zum vierten Quartal 2025 veröffentlicht IBM am 28. Januar um 17:00 Uhr US-Ostküstenzeit. Bank of America rechnet mit etwas schwächeren Vorsteuermargen, da IBM rund 400 Millionen US‑Dollar für eine „Workforce Rebalancing“-Maßnahme verbuchen dürfte. Dennoch erwartet die Bank für das Gesamtjahr 2025 eine Margenverbesserung um 70 Basispunkte gegenüber dem Vorjahr – damit allerdings unterhalb der Unternehmensguidance von mehr als 100 Basispunkten.
Zum Vergleich: Im dritten Quartal 2025 hatte IBM mit einem Gewinn je Aktie von 2,65 US‑Dollar die Konsensschätzung von 2,45 US‑Dollar klar übertroffen. Der Umsatz lag mit 16,33 Milliarden US‑Dollar um 9,1 % über dem Vorjahreswert.
Die anstehende Quartalspräsentation soll Klarheit über die formale 2026er-Guidance, den Zeitplan für die Integration von Confluent und die weitere Entwicklung im Softwaregeschäft bringen. Bereits am 27. Januar könnte der IBM Tech Summit zusätzliche Hinweise zur Produktstrategie liefern, bevor am 12. Februar die Confluent-Abstimmung als nächster Meilenstein für den Deal folgt.
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