IBM Aktie: Zweifel trotz Rabatt

IBMs Aktie verzeichnet Rekordverlust nach schwachem Ausblick. CEO Krishna räumt Fehler bei IT-Ausgabenverschiebung ein.

Redaktion Stock-World ·
Eine abstrakte, atmosphärische Szene, die den Technologiesektor darstellt, mit einem Gefühl der Unsicherheit und Skepsis. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Schwächster Quartalsausblick seit Jahren
  • Kurssturz von über 25 Prozent
  • CEO gesteht strategischen Fehler ein
  • Quantencomputing als Hoffnungsträger

Ein Kurssturz historischen Ausmaßes reicht nicht immer, um eine Aktie billig zu machen. Genau das ist die Botschaft, die der Markt nach dem historischen Einbruch von IBM sendet. CEO Arvind Krishna räumt selbst ein, sein Unternehmen habe bei einer zentralen Verschiebung der IT-Budgets „gepatzt“ — und die Börse quittiert das mit einem Vertrauensverlust, der so schnell nicht verfliegen dürfte.

Kapital wandert zu Chips statt zu Software

Der Auslöser liegt in einer Verschiebung der Unternehmensausgaben. Firmen stecken ihr Kapital derzeit lieber in knappe Server, Speicher und Netzwerktechnik, um sich vor erwarteten Preissteigerungen abzusichern — Software-Budgets bleiben auf der Strecke. Krishna berichtet von zahlreichen Großaufträgen, die zuletzt nicht wie geplant abgeschlossen wurden, mit besonders spürbarer Schwäche im Mainframe-Geschäft. Hinzu kommt eine Verlagerung hin zu Cybersicherheit, seit neue KI-Modelle wie Anthropics Mythos Schwachstellen in bestehender Software und Verschlüsselung offenlegen können.

Die Zahlen zeigen das Ausmaß der Enttäuschung. Für das zweite Quartal erwartet IBM nur noch ein Umsatzplus von einem Prozent auf 17,2 Milliarden Dollar, deutlich unter der Analystenschätzung von 17,86 Milliarden Dollar. Beim bereinigten Gewinn je Aktie rechnet der Konzern mit 2,93 Dollar statt der erwarteten 3,02 Dollar — das wäre das schwächste Umsatzwachstum seit über einem Jahr.

Markt reagiert mit Rekordabschlag

Am Kapitalmarkt bedeutete das einen historischen Einschnitt: Die Aktie brach um mehr als 25 Prozent ein, einen Tagesverlust, den es in dieser Form noch nie gegeben hat und der sogar den Crash vom „Schwarzen Montag“ 1987 übertraf. Der Börsenwert schrumpfte damit von zuvor rund 272,78 Milliarden Dollar um etwa 70 Milliarden Dollar. Auch andere Softwarewerte gerieten in Mitleidenschaft, darunter Microsoft, Salesforce, Adobe und Accenture, die zwischen zwei und über vier Prozent nachgaben.

Als Gegengewicht verweist IBM auf sein Engagement im Quantencomputing, für das der Konzern bis 2029 mehr als 10 Milliarden Dollar investieren will, unterstützt seit Mai auch durch die US-Regierung. Beobachter bewerten dieses Feld ebenso wie die KI-Partnerschaft mit OpenAI bislang aber als zu klein, um die Schwäche im Kerngeschäft aufzufangen.

Mad-Money-Moderator Jim Cramer bringt die Skepsis auf den Punkt: Selbst nach dem Kurssturz sei die Aktie kein klarer Kauf. Er verweist auf eine Dividendenrendite von mittlerweile über drei Prozent, warnt aber, dass IT-Verantwortliche ihre Budgets für 2027 gerade neu ordnen — mit Cybersicherheit, Hardware und KI-Rechenleistung ganz oben auf der Liste. Alles andere drohe dabei ins Hintertreffen zu geraten.

Die nächste Gelegenheit, das Bild zu schärfen, bietet der reguläre Quartalsbericht am 22. Juli. Bis dahin bleibt offen, ob es sich bei den ausgebliebenen Großaufträgen nur um Verzögerungen handelt oder um endgültig verlorenes Geschäft.

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IBM Aktie

228,00 EUR

– 2,85 EUR -1,23 %
KGV 22,00
KUV 3,09
Sektor Technologie
Div.-Rendite 2,61 %
Marktkapitalisierung 213,50 Mrd. USD
Ø Kursziel 240,56 USD
ISIN: US4592001014 WKN: 851399

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