ImmunityBio: 6,2% Minus nach FDA-Warnung
Die FDA rügt ImmunityBio für irreführende Anktiva-Werbung. Sammelklagen folgen, der Aktienkurs bricht ein, trotz steigender Umsätze.

Kurz zusammengefasst
- FDA rügt Werbung als irreführend
- Sammelklagen wegen Wertpapierbetrugs eingereicht
- Aktienkurs verliert deutlich an Wert
- Umsatz steigt trotz rechtlicher Turbulenzen
Irreführende Werbung, Sammelklagen und ein Aktienkurs im Sinkflug — ImmunityBio kämpft derzeit an mehreren Fronten. Im Zentrum steht Anktiva, das Blasenkrebs-Medikament, das dem Unternehmen eigentlich den Durchbruch bringen sollte.
FDA rügt falsche Werbeaussagen
Ende März 2026 schickte die US-Arzneimittelbehörde FDA einen formellen Warnbrief an ImmunityBio. Das Büro für Verschreibungsmittelwerbung beanstandete Werbematerialien für Anktiva als falsch und irreführend. Konkret im Visier: ein TV-Spot und ein Podcast mit CEO Richard Adcock und Executive Chairman Patrick Soon-Shiong.
Die FDA stellte fest, dass diese Inhalte die Wirksamkeit von Anktiva übertrieben. Risikohinweise fehlten. Außerdem suggerierten die Materialien, Anktiva könne „alle Krebsarten heilen“ — eine Aussage ohne klinische Grundlage. Das Medikament ist ausschließlich für eine spezifische Form des nicht-muskelinvasiven Blasenkrebses zugelassen. Obendrein zeigten Werbeinhalte die Verabreichung als Injektion unter die Haut — tatsächlich ist nur die intravesikale Anwendung genehmigt.
ImmunityBio hat den Podcast von der eigenen Website entfernt und dessen Löschung auf Drittplattformen beantragt.
Klagen und Kursverluste
Die FDA-Rüge zog Wellen. Mehrere Anwaltskanzleien haben Sammelklagen wegen Wertpapierbetrugs eingereicht. Die Klagen werfen dem Unternehmen und insbesondere Soon-Shiong vor, Anktivas Fähigkeiten systematisch übertrieben darzustellen.
Der Klagezeitraum umfasst den 19. Januar bis 24. März 2026. Bis zum 26. Mai 2026 können betroffene Anleger den Status als Hauptkläger beantragen. Der Tag, an dem der FDA-Warnbrief bekannt wurde, kostete ImmunityBio rund zwei Milliarden Dollar an Marktkapitalisierung.
Am Freitag verlor die Aktie weitere 6,2 Prozent und schloss bei 8,19 Dollar.
Umsatz steigt, Stimmung bleibt gedrückt
Das operative Geschäft sendet indes andere Signale. Im ersten Quartal 2026 erzielte ImmunityBio vorläufige Produkterlöse von rund 44,2 Millionen Dollar — ein Plus von 168 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Im April startete Anktiva in Saudi-Arabien, wo es für bestimmte Blasen- und Lungenkrebspatienten verfügbar ist. Nur zwei Monate nach der Partnerschaft mit Biopharma und Cigalah Healthcare für die MENA-Region.
Kein Wunder, dass Analysten trotz allem mehrheitlich optimistisch bleiben. Die Konsensempfehlung liegt zwischen „Moderate Buy“ und „Strong Buy“. Die durchschnittlichen Kursziele bewegen sich zwischen 14,40 und 15,10 Dollar — einzelne Schätzungen reichen bis 23,00 Dollar.
Ob diese Ziele erreichbar sind, hängt maßgeblich davon ab, wie ImmunityBio die rechtlichen Verfahren bewältigt und ob die FDA weitere Schritte einleitet. Der Termin für die Hauptkläger-Anmeldung am 26. Mai dürfte ein erster Gradmesser sein, wie ernst Investoren die Klagen nehmen.
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