ImmunityBio Aktie: Erste Patienten in Europa
Erste Behandlungen mit Anktiva und BCG haben begonnen; ImmunityBio muss weiterhin Langzeitdaten vorlegen und jährliche Prüfungen durchlaufen.

Kurz zusammengefasst
- Erste Patienten in Deutschland behandelt
- Salzburger Klinik setzt Anktiva ein
- Accord und Uniphar unterstützen den Vertrieb
- Bedingte Zulassung erfordert Langzeitdaten
Anktiva hat Europa erreicht. Ärzte in Deutschland und Österreich haben die ersten Patienten mit dem Immuntherapeutikum behandelt, jeweils in Kombination mit BCG. Für ImmunityBio ist das der erste praktische Schritt nach der europäischen Zulassung.
Zulassung wird zur Praxis
Behandelt wird BCG-unempfindlicher nicht-muskelinvasiver Blasenkrebs mit Carcinoma in situ, mit oder ohne papilläre Tumoren. Die EU-Kommission hatte Anktiva im Februar 2026 bedingt zugelassen. Die Zulassung gilt für alle 27 EU-Staaten sowie für Island, Norwegen und Liechtenstein.
Das Universitätsklinikum Salzburg bezeichnet sich als erstes Zentrum in Europa, das Anktiva bei dieser Indikation einsetzt. Bis zur Zulassung gab es für Patienten, bei denen BCG nicht mehr wirkt, in der EU keine zugelassene Therapie. Die wichtigste Alternative war die radikale Entfernung der Harnblase. Sie belastet stark und kommt nicht für jeden Patienten infrage.
Der Markt ist nicht klein. Jährlich werden in Europa mehr als 200.000 neue Blasenkrebsfälle diagnostiziert, rund drei Viertel davon betreffen die nicht-muskelinvasive Form.
Partner übernehmen Vertrieb und Logistik
ImmunityBio baut den Europastart nicht allein auf. Accord Healthcare liefert Marktzugang und kommerzielle Erfahrung in Onkologie und Urologie. Der Dubliner Dienstleister Uniphar kümmert sich um Lieferkette, Import, Distribution und Abrechnung, auch in mehreren Märkten im Nahen Osten. Sämtliche globalen Rechte an Anktiva bleiben bei ImmunityBio.
Konzernchef Richard Adcock spricht von einem wichtigen Schritt, um mehr berechtigten Patienten den Zugang zu ermöglichen. Die Abhängigkeit von Drittpartnern hat allerdings ihren Preis: Das Unternehmen nennt sie selbst als Risiko, ebenso Preisverhandlungen und die Erstattung in den einzelnen Ländern.
Auflagen bleiben bestehen
Die Zulassung ist bedingt. ImmunityBio muss Langzeitdaten aus laufenden Studien nachreichen, um Wirksamkeit und Sicherheit zu bestätigen. Zudem wird sie jährlich überprüft und erneuert. Hinzu kommen die Unsicherheiten durch die Preisdebatte in den USA, die laut Unternehmen auch auf Preise und Erstattung in der EU ausstrahlen könnte.
Die nächste konkrete Hürde liegt damit in den Ländern selbst. Ob und wie schnell weitere Kliniken Anktiva einsetzen, hängt von den Erstattungsentscheidungen ab. Die ersten Behandlungen in Salzburg und Deutschland liefern dafür die ersten Praxiserfahrungen.
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