ImmunityBio lieferte beeindruckende Jahreszahlen für 2025 ab – doch die Börse strafte die Aktie gnadenlos ab. Ein Muster, das den volatilen Verlauf des Biotechs auch 2026 prägt.
Der Umsatz mit der Immuntherapie ANKTIVA kletterte auf rund 113 Millionen Dollar. Das entspricht einem Plus von etwa 700 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die verkauften Einheiten legten sogar um 750 Prozent zu, während der Quartalsumsatz im Vergleich zum Vorquartal um 20 Prozent stieg.
Die Reaktion der Anleger fiel dennoch brutal aus. Am Mittwoch, dem 4. März, stürzte die Aktie um über 13 Prozent auf 9,02 Dollar ab. Das kam überraschend, hatte der Kurs doch in den Tagen zuvor rund 9 Prozent zugelegt – befeuert von der Erwartung starker Geschäftszahlen.
Für das vierte Quartal meldete ImmunityBio einen Verlust von 0,06 Dollar je Aktie. Das lag besser als die von Analysten erwarteten 0,08 Dollar. Der Nettoverlust für das Gesamtjahr 2025 verringerte sich auf 351,4 Millionen Dollar, nach 413,6 Millionen im Jahr zuvor.
Analysten optimistisch – Markt skeptisch
Besonders irritierend für viele Investoren: Der Kursrutsch fiel zeitlich mit einer deutlichen Kurszielanhebung durch Piper Sandler zusammen. Die Investmentbank hob ihr Kursziel von 7 auf 12 Dollar an und bekräftigte ihre „Overweight“-Einstufung. Analyst Edward Tenthoff prognostiziert für 2026 einen Nettoumsatz von rund 195 Millionen Dollar.
Offenbar hatte der Markt die positiven Nachrichten bereits im Vorfeld eingepreist. Die starken Zahlen reichten nicht aus, um die Rally der vergangenen Tage zu rechtfertigen.
Globale Expansion nimmt Fahrt auf
ANKTIVA ist mittlerweile in 33 Ländern zugelassen, darunter die USA, Großbritannien, Saudi-Arabien und die EU. In Saudi-Arabien erhielt das Präparat als erstes weltweit die Zulassung für Lungenkrebs.
Das Unternehmen hat Vertriebspartnerschaften in Europa und der MENA-Region etabliert und beschäftigt über 100 Vertriebsmitarbeiter. Neue Niederlassungen entstanden in Dublin und Saudi-Arabien.
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Die saudi-arabische Gesundheitsbehörde erteilte im Januar zwei Genehmigungen. Produktlieferungen für den dortigen Markteintritt stehen bereit. ImmunityBio arbeitet eng mit den lokalen Behörden zusammen, um die Importe trotz der angespannten Lage im Nahen Osten zu koordinieren.
Klinische Pipeline und Zulassungsstrategie
Im Februar 2025 genehmigte die US-Gesundheitsbehörde FDA ein erweitertes Zugangsprogramm, um Engpässe bei der BCG-Tumortherapie zu adressieren. Der erste Patient wurde im März 2025 mit rekombinantem BCG behandelt. Bis Februar waren 580 Patienten in das Programm eingeschrieben.
Das Programm läuft an 100 klinischen Zentren, darunter Universitätskliniken und urologische Praxen. Mehrere tausend Dosen wurden bereits verabreicht – entweder als Monotherapie oder in Kombination mit ANKTIVA.
Für diesen Monat ist ein Treffen mit der FDA angesetzt, um die nächsten Entwicklungsschritte für rekombinantes BCG zu besprechen. ImmunityBio plant, die Zulassung von ANKTIVA auf BCG-naive Blasenkrebspatienten und internationale Lungenkrebs-Indikationen auszuweiten. Die Einreichung des entsprechenden Zulassungsantrags für BCG-naiven Blasenkrebs ist für das vierte Quartal 2026 geplant.
Finanzlage bleibt angespannt
In den zwölf Monaten bis Ende 2025 erzielte ImmunityBio Umsätze von 113,3 Millionen Dollar bei einem Nettoverlust von 351,4 Millionen. Die Barmittel und kurzfristigen Wertpapiere beliefen sich zum Jahresende auf 242,8 Millionen Dollar.
Der Verlust schrumpfte zwar gegenüber dem Vorjahr um gut 60 Millionen Dollar. Langfristig betrachtet stiegen die Verluste jedoch mit durchschnittlich 8,2 Prozent pro Jahr. Das Unternehmen weist ein negatives Eigenkapital aus, und die Liquidität reicht bei aktueller Verbrauchsrate für weniger als ein Jahr.
Die Forschungs- und Entwicklungskosten lagen 2025 bei 218,6 Millionen Dollar, verglichen mit 190,2 Millionen im Vorjahr. Darin enthalten ist eine einmalige Abschreibung auf Anlagevermögen von 14 Millionen. Die allgemeinen Verwaltungskosten sanken dagegen auf 150 Millionen Dollar von zuvor 168,8 Millionen – dank Aufbau interner Teams und reduzierten Beratungskosten.
Die entscheidende Weichenstellung kommt im vierten Quartal 2026 mit der geplanten Zulassungseinreichung für die Erstlinienbehandlung von nicht-muskelinvasivem Blasenkrebs. Eine Genehmigung würde ANKTIVA vom Zweit- zum Erstlinientherapeutikum machen und den adressierbaren Markt deutlich vergrößern. Jedes Anzeichen einer Kapitalerhöhung dürfte die Aktie allerdings unter Druck setzen.
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