Infineon: 1,5 Milliarden Euro im KI-Datencenter-Geschäft
Infineon hebt Umsatz- und Margenprognose dank starker KI-Nachfrage an. Analysten sehen Potenzial, der Aktienkurs gibt jedoch nach.

Kurz zusammengefasst
- Umsatzplus von 6,2 Prozent im zweiten Quartal
- Jahresprognose auf deutlich steigendes Wachstum angehoben
- KI-Rechenzentren als zentraler Umsatztreiber
- Kurs fällt trotz positiver Nachrichten leicht
Starke Quartalszahlen, eine kräftige Prognoseanhebung — und trotzdem gibt die Aktie nach. Bei Infineon erzählen Fundamentaldaten und Kursbewegung am Mittwoch zwei verschiedene Geschichten.
Zahlen und neue Ziele
Im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres (per Ende März 2026) erzielte Infineon einen Umsatz von 3,812 Milliarden Euro — ein Plus von 6,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Nettogewinn stieg auf 301 Millionen Euro, nach 232 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.
Entscheidender als die Quartalszahlen ist die neue Jahresprognose. Das Management rechnet nun mit einem „deutlich steigenden“ Umsatz für das Gesamtjahr 2026, wo zuvor nur moderates Wachstum erwartet wurde. Die Zielmarke für die Segmentergebnismarge wurde auf rund 20 Prozent angehoben. JPMorgan-Analyst Sandeep Deshpande schätzt den Jahresumsatz auf etwa 16,1 bis 16,2 Milliarden Euro.
KI-Rechenzentren als Wachstumsmotor
CEO Jochen Hanebeck macht keinen Hehl daraus, was diesen Schwung antreibt: Die Nachfrage nach Stromversorgungslösungen für KI-Rechenzentren übersteige das aktuelle Angebot. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet Infineon in diesem Segment einen Umsatz von rund 1,5 Milliarden Euro — für 2027 bereits 2,5 Milliarden Euro.
Parallel dazu strukturiert sich der Konzern um. Ab dem vierten Quartal schrumpft die Segmentstruktur von vier auf drei Einheiten: Automotive, Power Systems und Edge Systems. Eine Reaktion auf die veränderten Marktgewichte.
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Kursrally trifft auf Gewinnmitnahmen
Kurz nach Bekanntgabe der Zahlen sprang die Aktie auf bis zu 62,67 Euro — ein Niveau, das zuletzt im Jahr 2000 erreicht wurde. Gehalten hat es nicht. Aktuell notiert das Papier bei 60,62 Euro, ein Minus von 1,51 Prozent auf Tagesbasis. Marktbeobachter führen die Abgaben auf Gewinnmitnahmen zurück: Seit Anfang April hat die Aktie rund 56 Prozent zugelegt.
JPMorgan bestätigte nach den Zahlen ihr „Overweight“-Rating, beließ das Kursziel jedoch bei 48 Euro. Deshpande lobte die Prognoseanhebung als robust, wies aber darauf hin, dass das Segmentergebnis im zweiten Quartal leicht unter den Erwartungen geblieben sei — ein Grund, warum die Bank trotz gestiegenem Optimismus nicht nachjustiert.
Für das dritte Quartal stellt Infineon einen Umsatz von rund 4,1 Milliarden Euro in Aussicht. Die Investitionen für das Gesamtjahr sind mit rund 2,7 Milliarden Euro geplant, der bereinigte Free Cashflow soll bei etwa 1,65 Milliarden Euro liegen. Ob der Kurs das Kursziel von JPMorgan mittelfristig hinter sich lässt, wird maßgeblich davon abhängen, wie schnell Infineon die Kapazitäten im KI-Segment hochfahren kann.
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